Industrie

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GE-Deutschlandchef Reimelt: „Energiewende hat für die Welt Blaupausen-Charakter“

Unternehmen unterschiedlicher Branchen haben die Energiewende für sich entdeckt. Doch ob mit Offshore-Windparks oder ohne, mit Subventionen oder ohne Förderung – über den Weg zum Ziel herrscht Uneinigkeit.

Der Offshore-Windpark „Alpha Ventus“ vor Borkum. Quelle: dpa
Der Offshore-Windpark „Alpha Ventus“ vor Borkum. Quelle: dpa

DüsseldorfHochinteressant finden sie sie alle, die Energiewende. Doch wie sie erreicht werden soll, darüber sind sich Stephan Reimelt, Chef des Energiegeschäfts von General Electric (GE) in Deutschland, und Ullrich Reinke, Vorstandsmitglied von Hochtief Solutions, nicht einig.

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Für die zwei Ingenieure auf der Bühne bei der Handelsblatt-Veranstaltung „Standortvorteil NRW“ muss die Energiewende ein einziger Spielplatz sein. Doch nicht nur über die technischen Herausforderungen, sondern auch über die Probleme bei der Energiewende diskutierten am Donnerstg Reimelt, Reinke und RAG-Chef Bernd Tönjes mit Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock auf der Veranstaltung, zu der der Initiativkreis Ruhr eingeladen hatte.

Die Begeisterung für den enormen Wandel im Energiemarkt in Deutschland konnte man GE-Deutschland-Chef Reimelt anmerken: „Wir finden Deutschland unheimlich interessant. Das, was hier passiert, hat für die Welt Blaupausen-Charakter.“

Grüne Zukunft So soll die Energiewende gelingen

Woher kommt in zehn Jahren unser Strom?

Fest steht bisher vor allem, welche Energie im Jahr 2022 nicht mehr zur Verfügung steht: die Atomenergie. Die Meiler werden bis dahin abgeschaltet und danach demontiert. Erneuerbare Energien sollen bis 2022 für mindestens 35 Prozent des Stroms sorgen, der aus unseren Steckdosen kommt: Solarstrom, Windenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft müssen dafür ausgebaut werden. Im vergangenen Jahr steuerten sie erst 20 Prozent bei. Damit verändert sich nicht nur die Zusammensetzung des Stroms, sondern auch die Landschaft der Energieerzeuger: In zehn Jahren werden nicht mehr Großkraftwerke die meiste Energie erzeugen, sondern Hunderttausende Landwirte, Gewerbetreibende oder Privatleute – unter anderem mit Windrädern, Solardächern und Keller-Kraftwerken. Komplett grün wird die Energie aber nicht: Ohne Gas und Kohle geht es auch im Jahr 2022 nicht. Sie werden dann 48 Prozent statt heute 58 Prozent des Strombedarfs erzeugen.

Bild: dpa

In den nächsten drei Jahren will der US-Konzern „den Umsatz im Energiegeschäft in Deutschland verdoppeln“, kündigte Reimelt erst im Juli im Handelsblatt an. Zurzeit beschäftigt die Energiesparte in Deutschland rund 3400 Mitarbeiter. Zurückhaltend sei der Konzern jedoch im Bereich Offshore-Windkraft. „Wir beteiligen uns nur an Themen, die wir auch für wirtschaftlich sinnvoll halten“, sagte Reimelt bei der Handelsblatt-Veranstaltung am Donnerstag. „Wir meiden den Offshore-Bereich, weil das Ertrags- und Risikoverhältnis nicht stimmt. Wir müssen da vorsichtig sein, die Sachen sind noch nicht ausgereift.“

Hochtief-Solutions-Vorstandsmitglied Reinke gab Kontra. Offshore-Windkraft komme in die Nähe der Grundlast. „Ich komme bei der Energiewende nicht an der Offshore-Windenergie vorbei“, sagte er. Diese Einstellung zeigt sich bereits jetzt im Geschäft von Hochtief. Das Unternehmen will verstärkt am Markt für Offshore-Windenergie teilhaben. Neben dem Windpark Global Tech I will der Baukonzern für den Energiekonzern EnBW den Park Baltic 2 in der Ostsee errichten.

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