Geänderte Preispolitik
Volkswagen schwenkt um

Konzernchef Bernd Pischetsrieder hat Fehler bei der Preispolitik für den VW-Golf eingeräumt. Um die Verluste im Nordamerika-Geschäft zu verringern, soll die Produktion des VW Jetta komplett nach Mexiko verlagert werden.

HB FRANKFURT. „Die Hauptkritik richtet sich nicht gegen den Preis des Autos in seiner Grundausstattung, sondern gegen den Preis inklusive verschiedener Sonderausstattungen. Da haben wir Fehler gemacht, das werden wir ändern“, sagte Pischetsrieder in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Sonderaktion, bei der alle Golf-Modelle kostenlos mit einer Klimaanlage ausgestattet werden, laufe im September aus. Danach werde VW den Kunden „neue Ausstattungspakete anbieten“, sagte er. VW hatte jüngst sein Absatzziel für den neuen Golf in diesem Jahr von 600 000 Stück bekräftigt. In den neun Monaten seit Markteinführung seien 300 000 neue Golf verkauft worden.

Um die Verluste im Nordamerika-Geschäft zu verringern, werde die Produktion des VW Jetta komplett nach Mexiko verlagert, fügte der VW-Chef hinzu. Ab 2005 würden dort jährlich bis zu 150 000 Fahrzeuge zusätzlich gefertigt. Auf dem wichtigsten Absatzmarkt USA fuhr VW in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 503 Millionen Euro ein nach einem Gewinn von 59 Millionen Euro noch ein Jahr zuvor. Pischetsrieder hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag eingeräumt, dass das Risiko eines noch größeren Verlustes im zweiten Halbjahr hoch sei. Bei derzeitigen Wechselkursen werde auch das Erreichen des Break-Even in den USA 2005 sehr schwierig.

Der VW-Konzern hatte wegen der schleppenden Autokonjunktur und eines schwachen ersten Halbjahres seine Gewinnprognose für 2004 gesenkt. Allerdings fiel die Senkung nicht so drastisch aus wie am Markt befürchtet. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen könnte 2004 nur noch 1,9 Milliarden Euro anstelle der ursprünglich angepeilten 2,5 Milliarden Euro betragen, hatte Europas größter Autobauer mitgeteilt. Der Rückgang des operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen um 20 Prozent im ersten Halbjahr auf 979 Millionen Euro resultiert im Wesentlichen aus dem vom schwachen Dollar, starken Preiskampf und auslaufenden Modellen geprägten schlechten Geschäft in den USA.

Trotz des Sparprogramms will der VW-Chef an wichtigen Projekten festhalten. Der „C1“ werde gebaut, sagte Pischetsrieder. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, dass als Konsequenz aus der abermals verschlechterten Ertragslage der Vorstand die Pläne für den Bau des „C1“ vorerst auf Eis gelegt habe. Mit dem Modell, das 2007 in Serie gehen sollte, will VW die Lücke zwischen Passat und Phaeton schließen. Im Rahmen des Sparprogramms bei VW sollen weltweit 5000 Arbeitsplätze abgebaut und binnen zwei Jahren zusätzlich zwei Milliarden Euro eingespart werden. Insgesamt will VW bis Ende 2005 vier Milliarden Euro einsparen.

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