Gebäudetechnik steht immer noch zum Verkauf
Deutsche ABB nach Sparprogramm wieder profitabel

Die deutsche Tochter des schwedisch- schweizerischen Energie- und Automationstechnik-Konzerns ABB hat 2004 nach einem rigiden Sparkurs erstmals seit vier Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben.

HB MANNHEIM. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 59 Millionen Euro nach einem Minus von 32 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die ABB AG am Freitag mit. Der Reingewinn habe eine ähnliche Größenordnung, hieß es ohne genaue Angaben. Der Umsatz sank unter anderem durch Verkäufe um drei Prozent auf 2,68 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl um 1700 auf 12 600.

Auf diese guten Zahlen wolle man 2005 aufbauen und das Ergebnis weiter deutlich verbessern, sagte ABB-Deutschland-Chef Bernhard Jucker. Das 2003 beschlossene, 150 Millionen Euro umfassende Kostensenkungsprogramm schlage in diesem Jahr voll durch, sagte Finanzchef Hendrik Weiler. 2004 lag der Gewinn der größten Auslandstochter von ABB vor Steuern und Zinsen (Ebit) trotz stagnierender Umsätze bei 59 Millionen Euro, nachdem 2003 noch ein Verlust von 32 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. „Diese erfreuliche Entwicklung ist auf die guten Ergebnisse unserer beiden Kernbereiche zurückzuführen“, sagte Jucker.

Beim Verkauf der defizitären Gebäudetechnik, für die ein potenzieller Käufer abgesprungen war, will Jucker sich nun Zeit lassen. In der Gebäudetechnik habe ABB Deutschland im vergangenen Jahr die Geschäfte bewusst zurückgefahren, sagte der ABB-Chef. Der Konzernumsatz ging deshalb um drei Prozent auf 2,68 (2,76) Milliarden Euro zurück.

Trotz eines geringeren Verlusts von 19 (minus 61) Millionen Euro hält ABB am Verkauf der Gebäudetechnik-Sparte mit einem Umsatzvolumen von 300 Millionen Euro fest. Erst vor wenigen Wochen waren die Verhandlungen mit einem potenziellen Käufer gescheitert. Der Geschäftsbereich solle erst operativ wieder profitabel werden, was einen Verkauf leichter mache. „Bei der Gebäudetechnik haben wir jetzt keinen extremen Druck mehr, da wollen wir eine gute Lösung finden“, sagte Jucker. Ob sich noch 2005 ein Käufer finden werde, könne er nicht beschwören. „Wenn es erst 2006 passiert, ist es auch okay.“

ABB will sich in Deutschland und weltweit auf Automations- und Energietechnik konzentrieren. Die technische Ausrüstung und Instandhaltung von Gebäuden passe nicht mehr in das Portfolio. Die schwache Baukonjunktur erschwert das Geschäft zusätzlich. In der Energietechnik sei das operative Ergebnis (Ebit) 2004 um ein Viertel auf 65 Millionen Euro gewachsen, in der Automationstechnik habe ABB sogar ein Plus von 71 (Vorjahr: 15) Millionen Euro ausgewiesen, sagte Jucker. Ein schwieriges Umfeld und eine geringe Investitionstätigkeit in Deutschland laste aber weiter auf der Auftragslage. Der Umsatz der beiden Kernbereiche kletterte deshalb nur leicht um sechs Prozent auf 2,56 (Vorjahr: 2,41) Milliarden Euro. „Deshalb werden wir Kosten und Prozesse auch weiterhin konsequent im Auge behalten“, betonte Jucker.

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