Gebot abgegeben
Chinesen wollen Rover nun doch kaufen

Erst ja, dann nein, nun doch. Der chinesische Autobauer SAIC will den insolventen britischen Autokonzern MG Rover kaufen. Zwischenzeitlich hatten die Chinesen das Interesse an den Briten verloren.

HB FRANKFURT. Das Unternehmen habe offiziell ein Gebot für MG Rover und die Getriebe-Tochter Powertrain eingereicht, teilte die Shanghai Automotive Industry Corp (SAIC) am Dienstag mit. Die Produktion im Rover-Werk Longbridge solle wieder aufgenommen werden. Finanzielle Einzelheiten nannte SAIC nicht.

SAIC hatte schon vor der Insolvenz lange mit Rover über ein Gemeinschaftsunternehmen verhandelt. Chinas größter Autohersteller wollte sich damit ein Standbein in Europa schaffen. Das Vorhaben war jedoch in letzter Minute an den hohen finanziellen Verbindlichkeiten gescheitert, die auf Rover lasten.

SAIC ist der zweitgrößte chinesische Autohersteller und einer der bedeutendsten lokalen Produktionspartner von Volkswagen und General Motors in dem Land. Die finanzstarken Chinesen wollen zum eigenständigen Autobauer werden und haben große Ambitionen auch im Auslandsgeschäft: Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 zu den sechs weltgrößten Autoherstellern zu gehören. Im Zuge seines Expansionskurses hatte SAIC den koreanischen Konkurrenten Ssangyong Motor übernommen. Bislang besitzen die Chinesen aber keine eigene Marke.

Die Autobauer aus Shanghai wollen bei der Entwicklung und Vermarktung von neuen Modellen mit Magma Holdings zusammenarbeiten. Hinter Magma stecken der ehemalige Europachef des US-Autobauers Ford, Martin Leach, und der frühere General-Motors-Manager Edward Sabisky.

Rover, der letzte unabhängige britische Autokonzern, wird seit der Pleite im April von Price Waterhouse Coopers (PWC) zwangsverwaltet. Der Insolvenzverwalter hatte vergangene Woche mitgeteilt, PWC sei in Gesprächen mit drei Kaufinteressenten. Neben SAIC seien das die chinesische Nanjing Automotive und der britische Geschäftsmann David James. Alle drei wollten zumindest einen Teil der Produktion in Großbritannien aufrecht erhalten.

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