Gebot für Endesa
Eon will seine Milliarden in Spanien anlegen

Deutschlands größter Energiekonzern Eon will für 29,1 Mrd. Euro den spanischen Energieversorger Endesa übernehmen. Damit treten die Düsseldorfer in Konkurrenz zur spanischen Gas Natural. Einen großen Teil des Geldes für den Kauf hat Eon im vergangenen Jahr verdient. Doch ganz ohne Geld von Außen geht es nicht.

HB DÜSSELDORF. Eon werde ein Übernahmeangebot für 100 Prozent der Aktien zu einem Preis von 27,50 je Aktie in bar abgeben, teilte der Konzern am Dienstag in Düsseldorf mit. Am Montag hatten die Endesa Papiere bei 25,48 Euro geschlossen. Das Transaktionsvolumen betrage einschließlich der bei Endesa ausgewiesenen Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Minderheitsbeteiligungen von etwa 26,1 Mrd. Euro insgesamt etwa 55,2 Mrd. Euro.

Für Endesa hatte zuvor der spanische Konkurrent Gas Natural eine als feindlich eingestufte Offerte von rund 22,5 Mrd. Euro abgegeben. Eon könnte nun als „Weißer Ritter“ einspringen. Endesa wollte sich aber zunächst nicht zu dem Übernahmeangebot äußern. Die Aktien von Endesa wurden an der spanischen Börse zunächst vom Handel ausgesetzt.

Das Geld für den Kauf muss sich Eon zum Teil leihen. Es bestünden Garantien und Kreditzusagen von den Finanzhäusern HSBC, Citigroup, JP Morgan und Deutsche Bank, teilte Eon mit. Zudem kündigte der Versorger an, eine Kapitalerhöhung in der Größenordnung bis 10 Prozent zu erwägen.

Große Teile der Summe finanziert der Versorger jedoch aus eigenen Mitteln; genaue Zahlen nannte er nicht. Allein im vergangenen Jahr stieg der Gewinn von Eon um mehr als 70 Prozent. Der Konzernüberschuss sei unter anderem dank der Erlöse für die Immobilientochter Viterra auf 7,4 Mrd. Euro gestiegen, gut 3 Mrd. Euro mehr als im Jahr zuvor, teilte Eon am Dienstag parallel zur Endeas-Offerte mit. Doch nicht alles Geld will Eon behalten: Der Konzern schlug eine Dividende für 2005 von 7 Euro je Aktie vor; darin sei eine Sonderausschüttung von 4,25 Euro enthalten.

Der Konzernumsatz verbesserte sich unter anderem infolge der Preisanhebungen für Strom und Gas um 21 Prozent auf 56,4 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich den Angaben zufolge lediglich um 5 Prozent auf 10,3 Mrd. Euro. Höhere Großhandelspreise sowie größere Stromerträge aus Wasserkraftwerken in Skandinavien hätten zu der Verbesserung beigetragen.

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