Gebrauchtwagenmarkt unter Druck
VW-Schummeldiesel – jetzt unverkäuflich?

Wer seinen manipulierten VW-Diesel in die Schweiz verkaufen will, wird keinen Abnehmer finden: Ein neuer Besitzer könnte keine Zulassung erhalten. Welche Auswirkungen der Abgas-Skandal auf den Gebrauchtwagenmarkt hat.

Krefeld/London/Mailand/Stockholm/ZürichDer Schock sitzt tief. Seitdem Volkswagen die Manipulationen an seinen Diesel-Motoren zugegeben hat, fragen sich die Kunden, welche Folgen der Skandal für sie haben könnte. Die Schweiz bereitet bereits einen Zulassungsstopp für alle Fahrzeuge der VW-Gruppe aus den Jahren 2009 bis 2014 vor, die einen der fraglichen Diesel-Motor mit der Ausführung Euro5 haben. Doch anders als in der Schweizer Presse zunächst berichtet, sind davon nicht Gebrauchtwagen betroffen, die bereits in der Schweiz zugelassen sind. Nur bei Gebrauchten aus dem Ausland und Neuwagen will die Behörde die Zulassung verweigern.

„Das Astra (das zuständige Bundesamt für Straßen) bereitet Verfügungen vor, welche verhindern, dass neue, noch nicht zugelassene Fahrzeuge oder Occasionsfahrzeuge aus dem Ausland in Verkehr gesetzt werden können“, teilte das zuständige Bundesamt für Straßen am Montagabend mit. „Nicht betroffen von dieser Verfügung sind Schweizer Occasionsautos und alle bereits in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeuge.“ Sprich, wer in der Schweiz einen VW, Audi, Skoda oder Seat mit dem Problemdiesel besitzt, kann den Wagen zunächst weiter gebraucht verkaufen und der Käufer soll auch weiterhin eine neue Zulassung bekommen.

Bedenken, dass auch in Deutschland die Zulassung entzogen werden könnte, sind bisher aber noch unbegründet. Das Kraftfahrzeugbundesamt hat VW eine Frist gesetzt, um einen „verbindlichen Maßnahmen- und Zeitplan“ vorzulegen. In diesem Plan muss der Konzern bis zum 7. Oktober darlegen, wie alle betroffenen Dieselmodelle wieder fit für die Straße machen will, oder konkreter: wie die Modelle umgebaut werden sollen, um auch ohne Schummel-Software die Grenzwerte einzuhalten.

Das dürfte allerdings alles andere als einfach werden. Zum einen durch die schiere Zahl der betroffenen Fahrzeuge, die sich nach VW-Angaben auf 2,8 Millionen beläuft. Zum anderen, weil immer noch unklar ist, wie die technische Lösung aussehen kann. Experten gehen davon aus, dass nicht alle betroffenen Fahrzeuge allein durch ein Software-Update repariert werden können. Doch ein Entzug der Typengenehmigung drohe nur dann, wenn der Konzern der Aufforderung nicht nachkomme, heißt es in dem Schreiben weiter. Davon ist derzeit nicht auszugehen.

In der Schweiz hat bereits, noch bevor der vorläufige Zulassungsstopp von den Schweizer Behörden verhängt wurde, der größte Schweizer VW-Importeur reagiert: Amag stoppte Montag ab sofort den Verkauf von Neuwagen mit Dieselantrieb mit der Ausführung Euro5. Laut Amag seien vom Verkaufsstopp einige hundert Neuwagen betroffen, die das Unternehmen noch auf Lager hat.

Eine interne Auswertung der Volkswagen AG habe ergeben, dass in der Schweiz insgesamt 128.802 Fahrzeuge Autos mit dem Dieselmotor vom Typ EA 189 verkauft worden sind; Die Autos sollen nachgebessert werden, sobald eine technische Lösung dafür vorhanden sei, hieß es.

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