Gedankenspielen Riegel vorgeschoben
RAG will Degussa nicht verkuppeln lassen

Der RAG-Konzern schließt einen Verkauf seiner Spezialchemietochter kategorisch aus und erteilt damit Gedankenspielen um ein Interesse des Konkurrenten Lanxess an Degussa eine klare Absage.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. „Es ist eine abwegige und absurde Vorstellung, dass wir Degussa verkaufen wollen“, sagte ein RAG-Sprecher am Donnerstag. In Kreisen der nordrhein-westfälischen Landesregierung hieß es, Lanxess habe Interesse an Kauf des deutlich größeren Konkurrenten Degussa signalisiert. Die ehemalige Bayer-Tochter habe bei der Landesregierung vorgefühlt, um sich die politische Unterstützung für eine etwaige Übernahme zu sichern. Es habe ein entsprechendes Gespräch zwischen Lanxess-Vertretern und dem Wirtschaftsministerium des Landes gegeben.

Das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf wollte die Angaben nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass die Landesregierung den Chemiestandort Nordrhein-Westfalen stärken wolle. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen verfolgt Lanxess allerdings keine Pläne zur Übernahme von Degussa. „Es gibt bei Lanxess kein Projekt zur Übernahme von Degussa“, sagte eine mit dem Unternehmen vertraute Person.

Degussa-Betriebsrat äußert Unmut

Der Vorsitzende des Degussa-Konzernbetriebsrats, Ralf Hermann, äußerte Unverständnis über das Vorgehen der Landesregierung. Es sei nicht deren Aufgabe, über einen Verkauf der Degussa zu verhandeln. „Wir sind kein volkseigener Betrieb.“ Durch die Übernahmegerüchte entstehe nur Unruhe in der Belegschaft.“

Bei Lanxess sagte ein Sprecher lediglich: „Als global agierender Chemiekonzern mit Wachstumspotenzial bereitet sich Lanxess darauf vor, den Markt für Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren.“ Für grundsätzliche Entscheidungen sei es jedoch noch viel zu früh. Lanxess stehe mit Blick auf die Entwicklung des Chemiemarktes und der Sanierung in regelmäßigen Kontakten sowohl zur Landes- wie auch zur Bundesregierung. Mehr gebe es dazu nicht zur sagen.

Lanxess-Chef Axel Heitmann hatte auf der Hauptversammlung Ende Mai gesagt, der Konzern wolle nach einer Phase der Restrukturierung nun auf strategisches Wachstum umschalten und auch nach Zukäufen Ausschau halten. „Akquisitionen sind einer der Schlüssel für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft“, hatte er gesagt. Mittelfristig wolle Lanxess eine führende Position am Chemiemarkt einnehmen. Der Konzern hatte zuletzt einen harten Restrukturierungskurs gefahren.

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