Gedas
VW verkauft IT-Tochter an die Telekom

5 000 Beschäftigte des VW-Konzern werden im kommenden Jahr einen neuen Arbeitgeber bekommen: Der Automobilbauer wird seine IT-Tochter Gedas an die Deutsche Telekom verkaufen. Eine zweite VW-Tochter wartet noch auf den richtigen Käufer.

hof/tnt FRANKFURT. Das Gedas-Geschäft bestätigen unternehmensnahe Kreise bei VW und Telekom. Die Verträge sind unterschriftsreif, „es fehlt noch die Zustimmung des Aufsichtsrats“, sagte ein Manager. Diese gilt als sicher, nachdem das VW-Kontrollgremium den Vorstand im Herbst ermächtigt hat, den Gedas-Verkauf zu prüfen. Eine Sitzung ist nicht nötig, die Zustimmung kann schriftlich erfolgen, so dass in den nächsten Tagen schon mit der Bekanntgabe des Abschlusses gerechnet werden kann.

Der Verkauf an die Telekom-Sparte T-Systems wird aber erst im nächsten Jahr wirksam. Bilanziell wird sich der Preis, der auf 400 bis 500 Mill. Euro geschätzt wird, demnach nicht mehr auf das laufende Geschäftsjahr auswirken, hieß es. Offiziell wollen die beteiligten Unternehmen die Einigung aber noch nicht kommentieren.

VW trennt sich damit aber nicht vollständig von seinen IT-Geschäften. So fungiert die Gedas für VW vor allem als Dienstleister im IT-Projektgeschäft, während der Betrieb der VW-Rechenzentren im Konzern angesiedelt ist. Diese werden vorerst weiterhin von 1 400 IT-Mitarbeitern bei VW betrieben.

Mit der Gedas, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 567 Mill. Euro – davon mehr als zwei Drittel mit der Muttergesellschaft VW – erzielte, will T-Systems vor allem im Bereich IT-Dienstleistungen seine Internationalisierung vorantreiben. Denn die VW-Tochter ist vor allem an den weltweiten Produktionsstandorten des Konzerns in Europa, Asien und Südamerika aktiv. Allein in Spanien beschäftigt Gedas mehr als 1 000 Mitarbeiter. Vor wenigen Wochen hatte T-Systems von der katalanischen Regierung einen Großauftrag über IT-Services erhalten.

Peter Kreutter, IT-Branchenexperte des Instituts für „Industrial Organisation“ der WHU Vallendar, hält einen Verkauf von Gedas an T-Systems als eine für VW „belastbare Lösung“. Allerdings löse die Übernahme für T-Systems „langfristig noch nicht das Problem der mangelnden Internationalisierung“. Mit dem Verkauf von Gedas setzt sich der Trend des Verkaufs von IT-Töchtern großer deutscher Konzerne an IT-Dienstleister weiter fort. So verkaufte beispielsweise Daimler-Chrysler seine IT-Tochter Debis ebenfalls an die Deutsche Telekom.

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