Gegen den Branchentrend setzt der fränkische Spielwarenproduzent auf Produktion in Europa: Playmobil spielt Konkurrenz an die Wand

Gegen den Branchentrend setzt der fränkische Spielwarenproduzent auf Produktion in Europa
Playmobil spielt Konkurrenz an die Wand

Die kleinen bunten Spielzeugfiguren von Playmobil erobern immer mehr Kinderzimmer. Mit einem Umsatzplus von elf Prozent auf 359 Mill. Euro ließ das fränkische Familienunternehmen im vergangenen Jahr den Rest der Branche weit hinter sich. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten setzt Playmobil dabei voll auf die Produktion in Europa.

HB ZIRNDORF. „Wir haben 2004 geliefert, was die Werke hergegeben haben“, freut sich Playmobil-Chefin Andrea Schauer. Der Erfolg ist umso erstaunlicher, als der gesamte Spielwarenmarkt hier zu Lande um mehr als zwei Prozent eingebrochen ist. Playmobil hingegen konnte den Absatz in seinem wichtigsten Markt Deutschland um 15 Prozent steigern.

„Playmobil hat über Jahre hinweg einen hervorragenden Job gemacht“, lobt Otte Umbach, Chef der Einkaufsvereinigung Idee + Spiel. „Unsere Mitglieder haben die Playmobil-Umsätze um 30 Prozent gesteigert – und das von einem hohen Niveau aus.“

Besonders erstaunlich: Playmobil entzieht sich völlig dem Trend, die Produktion nach Asien zu verlagern, um die Kosten zu senken. Idee + Spiel kauft bereits knapp drei Viertel seiner Ware in Fernost ein. Geht es um ferngesteuerte Rennwagen, Flugmodelle oder Puppen, beziehen große Hersteller wie Simba-Dickie aus Fürth inzwischen fast alles aus Fernost.

Neben den Branchenführern sehen sich jetzt auch immer mehr Mittelständler in Asien um. Thomas Seelen, Chef des Spielwaren-Designers Pacific Smart aus Hongkong: „Die chinesischen Fabriken sind voll ausgelastet. Wir haben so viele Anfragen, dass wir das gar nicht alles bewältigen können. Einige Aufträge mussten wir sogar ablehnen.“

Playmobil dagegen produziert den größten Teil seiner Spielzeugwelten in Dietenhofen in der Nähe von Nürnberg. Die Figuren werden in einem eigenen Werk auf Malta hergestellt. „Wenn wir unsere Produktion mit der in Asien vergleichen, bieten sich hier viele Vorteile, etwa die Nähe zum Markt und die hohe Qualität“, betont Geschäftsführerin Schauer. Deshalb investiert das Unternehmen allein im laufenden Jahr 53 Mill. Euro in neue Hallen, Maschinen und Formen.

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