Gegenschlag
Das Waffenarsenal des Porsche-Clans

Entmachtung, Rauswurf oder doch besser Giftpfeile? Nach dem Eklat mit Ferdinand Piëch holt die Porsche-Familie zum Gegenschlag aus. Bloß wie? Die Macht der Zuffenausener Sportwagenschmiede reicht allemal aus, um dem Patriarchen Piëch eine öffentliche Demütigung zuzufügen. Über den Waffenschrank des Porsche-Clans.

FRANKFURT/STUTTGART. VW-Großaktionär Porsche wappnet sich nach dem Eklat im VW-Aufsichtsrat für eine Kraftprobe mit Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Noch diese Woche will der Familienrat des Eigentümerclans, der aus den Zweigen Porsche und Piëch besteht, zum Gegenangriff gegen den 71-Jährigen VW-Patriarchen ausholen, der Porsche am Freitag im VW-Aufsichtsrat düpiert hatte. Das Imperium will zurückschlagen - doch wie? Eine Entmachtung des VW-Aufsichtsratschefs wird Wolfgang Porsche als höchstem Vertreter der Dynastie schwer fallen. Doch die Macht des Clans reicht allemal, um dem Patriarchen eine öffentliche Demütigung zuzufügen. Denn die Munitionskiste des Dr. Porsche ist keineswegs leer. Das sind mögliche Gegenschritte:

Entmachtung als VW-Aufsichtsratsvorsitzender
Nach der Attacke im VW-Aufsichtsrat, wo Ferdinand Piëch überraschend gegen die eigene Familie gestimmt hatte, möchte der Porsche-Clan den 71-Jährigen entmachten. Der Großaktionär könnte eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um Piëch abzuwählen. Doch dazu sind 80 Prozent der Stimmen nötig. Ausgerechnet der zweitgrößte Aktionär Niedersachsen, mit dem Porsche beim VW-Gesetz im Clinch liegt, müsste die Stuttgarter unterstützen. Ministerpräsident Christian Wulff sieht dafür bisher keinen Grund, sondern ruft zur Versöhnung auf. Porsche muss nun sehen, was man Wulff anbieten kann. Dies könnten garantierte Plätze im Aufsichtsrat für das Land, Standortzusagen und Investitionen sein.

Rauswurf aus der Porsche SE
Wesentlich leichter als ein Vorstoß in Wolfsburg dürfte dem ein Schlag gegen den Cousin in den eigenen Reihen fallen. So ist Ferdinand Piëch, der 13 Prozent der Porsche Anteile hält, neben dem VW-Aufsichtsrat auch im Kontrollgremium der Porsche SE vertreten, unter deren Dach die Beteiligung an VW sowie die Porsche AG gebündelt sind. Sind sich die übrigen Familienmitglieder einig- und danach sieht es momentan aus - könnte der Familienclan mit seiner Mehrheit von mehr als 80 Prozent dem 71-Jährigen den Stuhl vor die Tür stellen. An der Machtverteilung zwischen den beiden Seiten würde dies zwar faktisch kaum etwas ändern. Aber es wäre ein Zeichen und eine Brüskierung von Ferdinand.

Ausschluss aus der Gesellschafterversammlung
Der Zwillingsclan könnte den Patriarchen auch aus dem internen Machtzentrum entfernen und damit einen weiteren Stich versetzen. Ferdinand ist bisher auch in der Gesellschafterversammlung des Clans, dem höchsten Gremium der Familie vertreten. In der Runde, die aus den acht Erben der dritten Generation besteht - vier Piëchs und vier Porsche - wurden bisher stets Meinungsverschiedenheiten zwischen den Clans ausgeräumt, bevor diese den Aufsichtsrat erreichten. Denn der Clan achtet seit jeher auf die Machtbalance zwischen den beiden Stämmen mit jeweils inzwischen 60 Nachfahren.

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