Gegenteilige Entscheidung in Missouri
US-Gericht schmettert Raucherklage ab

Der Tabakkonzern Philip Morris kann wieder ein wenig mehr aufatmen. Ein Gericht im US-Bundesstaat New Hamshire hat eine Raucherklage abgeschmettert. Der Raucher habe das Risiko bewusst in Kauf genommen.

HB NEW YORK. Das Unternehmen sei nicht für den Tod eines an Lungenkrebs gestorbenen Rauchers haftbar, entschieden Geschworene am Montag (Ortszeit) am Hillsbury Superior Court in Manchester. Anwälte der Klägerin erwägen nach eigenen Angaben eine Berufung.

In Deutschland war die erste Schadenersatzklage gegen einen Tabakkonzern vor knapp zwei Wochen gescheitert. Das Arnsberger Landgericht bezeichnete die Klage des schwer kranken Rauchers Wolfgang Heine gegen Reemtsma als unbegründet. Die gesundheitlichen Folgen des Rauchens seien jedermann hinlänglich bekannt und würden bewusst in Kauf genommen. Im US-Bundesstaat Missouri wurde Philip Morris dagegen vor kurzem zu 2,1 Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) Schmerzensgeld an einen Raucher verurteilt. Der Konzern kündigte Berufung an.

In New Hamshire hatten Julien Longden, der vor drei Jahren an Krebs starb, und seine Frau Sheila den Hersteller von Marlboro- Zigaretten verklagt. Das Unternehmen habe die Gesundheitsrisiken verheimlicht, stand in der Klageschrift. Dem folgten die Geschworenen nicht.

„Das Urteil der Jury beruht auf dem Beweismaterial, und daraus geht klar hervor, dass Julien Longden das Risiko des Rauchens kannte und dass er dieses Risiko dennoch auf sich nahm“, sagte William Ohlemeyer, ein Bereichsleiter bei Phillip Morris USA. Es sei auch nicht bewiesen, dass das Rauchen Longdens Krebs verursacht habe.

In den USA sind derzeit tausende von Klagen gegen Tabakunternehmen anhängig. Seit Mitte der neunziger Jahre haben jedoch mehr als zwei Drittel der Jurys im Sinne der Unternehmen entschieden.

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