Gehaltsverzicht bei VW-Spitze
IG Metall stimmt VW-Kompromiss zu

Die Große Tarifkommission der IG Metall hat am Freitag der mit Volkswagen vereinbarten Nullrunde bis Anfang 2007 zugestimmt. Unterdessen will das Spitzenmanagement des Autobauers aus Solidarität auch den Gürtel enger schnallen und ebenfalls auf Gehaltsanhebungen verzichten.

HB HANNOVER. Nach gut drei Stunden intensiver Diskussionen hätten 93 der 108 anwesenden Delegierten der Tarifkommission der IG Metall aus den sechs westdeutschen Werken die Vereinbarungen vom vergangenen Mittwoch gebilligt, teilte die Gewerkschaft am Freitag in Hannover mit. 15 Mitglieder stimmten gegen den Kompromiss.

Am kommenden Montag will sich der IG-Metall-Vorstand mit dem Tarifabschluss befassen. Mit seiner Zustimmung wird gerechnet. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Volkert, begründete das positive Votum der Arbeitnehmer vor allem so: „Das wichtigste Signal dieses Tarifabschlusses ist die Arbeitsplatzsicherung bis 2011, von der nicht nur die Beschäftigten von Volkswagen, sondern auch die Regionen der VW-Standorte und der Standort Deutschland insgesamt profitieren.“

Die Belegschaft bei VW habe dieses hohe Gut in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit, Personalabbau und Arbeitsplatzverlagerung anerkannt. Deshalb trage sie den Abschluss mit, auch wenn er für Neueinstellungen gegenüber dem gegenwärtigen Status „materielle Veränderungen“ beinhalte. Volkert betonte aber, dass der Abschluss keinen Ausstieg aus dem Haustarifvertrag bedeute und auch keinen grundsätzlichen Abschied von der 28,8 Stunden-Woche.

IG Metall und VW hatten sich am Mittwoch auf eine Garantie für die 103 000 Arbeitsplätze des Unternehmens in Westdeutschland bis 2011, einen Verzicht auf Lohnanhebungen für 28 Monate und eine einmalige Sonderzahlung von 1000 € verständigt. Neueinstellungen sollen gegenüber den alteingesessenen Kollegen deutlich geringer bezahlt werden. Und auch die Vier-Tage-Woche soll für sie nicht mehr generell gelten. Stattdessen wird es einen Arbeitszeitkorridor von 28,8 bis 35 Stunden geben. VW setzte eine Senkung der jährlichen Arbeitskosten um eine Milliarde Euro ab 2006 durch.

Das VW-Management will ebenfalls 28 Monate auf Gehaltserhöhungen verzichten, sagte ein Unternehmenssprecher. Keine Entscheidung gibt es allerdings über die Bonusbestandteile der Gehälter. Sie sind auch vom Geschäftsverlauf abhängig und deshalb wird darüber erst im Frühjahr des jeweiligen Folgejahres entschieden. Für das vergangene Jahr waren die Bonuszahlungen für den Vorstand um 25 % gesenkt worden.

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