Geldmaschine Gesundheitswesen

Geldmaschine Gesundheitswesen

Das Geschäft rund um Pillen und Prävention boomt. Pharmakonzerne, Krankenhäuser und sogar Arztpraxen erschließen sich lukrative Einnahmequellen. Doch das Wohl der Patienten rückt dabei zunehmend in den Hintergrund.
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Kasse machen auch mit Kassenpatienten: Die lukrativen Maschen von Ärzten und Pharmaindustrie Quelle: dpa

Kasse machen auch mit Kassenpatienten: Die lukrativen Maschen von Ärzten und Pharmaindustrie

(Foto: dpa)

DüsseldorfEin letztes Mal sammeln sich die Aktionäre des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum in der Jahrhunderthalle in Frankfurt am Main zur Hauptversammlung. Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch wirbt bei seinen Aktionären für die geplante Übernahme durch den Gesundheitskonzern Fresenius. Der Gesundheitskonzern will für rund 3,1 Milliarden Euro den Klinikbetreiber kaufen. Damit bauen die Bad Homburger das Krankenhausgeschäft der Tochter Helios kräftig aus.

Mit der Übernahme entsteht ein Klinikverbund mit rund sechs Milliarden Euro Umsatz. Fresenius erhöhte schon mal seinen Ausblick für das Geschäftsjahr. Der deutsche Krankenhausmarkt ist 77 Milliarden Euro schwer und noch sehr kleinteilig. Fresenius kommt inklusive Rhön-Klinikum auf einen Anteil von acht Prozent. Doch die Konsolidierung im deutschen Klinikmarkt ist in vollem Gange. Besonders Helios hat sich bereits in der Vergangenheit mit Zukäufen hervorgetan.

Das große Geschäft mit der Gesundheit beschränkt sich nicht auf Krankenhausbetten. Trotz Spardiktat der Krankenkassen streichen Pharmakonzerne mit Medikamenten immer noch Milliardenbeträge ein. In dem Riesen-Business rund um die Heilung keimen jedoch zunehmend kuriose Auswüchse.

Eine Mischung aus Sparzwängen einerseits und Profitgier andererseits treibt sowohl globale Pharmariesen als auch heimische Hausärzte dazu, renditeträchtige Einnahmequellen zu erschließen. Der Trend zu Gesundheitsvorsorge und Prävention lässt die Patienten das Spiel mitspielen. Sie lassen sich den Wohlfühlfaktor etwas kosten.

Eine Masche bereitet dem Gesundheitssystem ein handfestes Problem. Arzneimittelhersteller bringen häufig neue Produkte zu hohen Preisen auf den Markt. Doch die neuen Präparate weisen oftmals kaum oder gar keine bessere Wirkung auf als die alten Arzneien. Scheininnovationen nennen dies Experten.

Das Patent auf den angeblich verbesserten Wirkstoff erlaubt es jedoch den Pharmakonzernen, bei Ärzten und Kranken mit der vermeintlichen Neuerung haussieren zu gehen – und bei den Kassen höhere Preise durchzudrücken als mit dem bewährten Rezept.

Scheininnovationen als Kassenschlager
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6 Kommentare zu "Geldmaschine Gesundheitswesen: So werden die Patienten ausgenommen"

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  • Alleine der Rezeptzwang fuer viele Produkte, die in anderen Laendern in Drogerien und Supermaerkten frei verkauft werden, zeugt von perfekt funktionierender Lobbyarbeit und hoerigen Politikern. Wir braeuchten wirklich endlich eine Aufsichtsbehoerde, die solchen Symbiosen das Leben schwerer macht.

  • Komischerweise ist Herr Dr.Glaeske Vertreter der Krankenkassen, ein Schreibtischtäter, der wohl nie krank wird.Wie kommen wohl Krankenkassen zu solchen Überschüssen, ja wir importieren Arzneimittel aus Griechenland da billiger, und verringern dort die verfügbare Menge bis auf Null. Ausländische Medien berichten darüber in Athens Krankenhäuser gibt es offensichtlich keine Arzneimittel mehr, nur damit hier der Krankenkassengewinn steigt. Liebe Redaktion kümmern sie sich mal darum was die sogenannte Importquote anrichtet.

  • Die größte Bauernfängerei ist die Psychosomatik (keine Innovation, sondern eine "Psychiatrie Light", da in psychosomatischen Kliniken Leute mit psychiatrischen Störungen behandelt werden).

    Die verschlingt doppelt soviel Geld pro Patient wie die Psychiatrie und hat keine besseren Behandlungsformen. Eher schlechtere. Statt die Bewährte Verhaltenstherapie nutzen die Psychosomatik oft psychodynamische Verfahren, die zurecht umstritten sind. Außerdem behandeln diese Kliniken leichte psychiatrische Störungen stationär, auch wenn man sie sehr gut ambulant behandeln könnte. Dadurch fehlt das Geld dort, wo es am dringendsten Notwendig ist, bei den Psychotikern und Schwerstsüchtigen wie Heroinsüchtigen. Das deutsche Gesundheitswesen brauch nicht 200 Facharzttypen, die die selben Störungen behandeln.

  • „Beim Autokauf informieren sich die Verbraucher über die Produkte. Bei der medizinischen Versorgung ist das schwieriger. Patienten verlassen sich hier noch mehr auf das Urteil der Ärzte“, so Kirchner.

    Wer stellt bei der Aussage sicher, dass der Kunde auch versteht was die Technik eines Autos bedeutet. Da wird doch letztendlich auch nur auf PS und Gimmicks geachtet. Bei Medizinischen Aspekten ist das bedeutend schwieriger und interessanterweise wird hier wieder auf das Internet verwiesen, dass in anderen Artikeln den Ärzten das Leben schwer macht, da die Kunden hierüber mehrfach falsch informiert wurden. Letztendlich versucht man sich mit der Aussage nur aus der Affäre zu ziehen und das Internet als Medium und Ratgeber für alle Fragen zu inszenieren..

  • so lange wie unser System und das der Rest der Welt nur auf Gier nach mehr aufgebaut ist, wird sich daran nichts ändern. Geld ist aber nicht alles und wenn es auf dem Rücken von anderen abgezockt wird, ist es noch weniger.
    Aber ich Frage mich, warum tun unsere Politiker weltweit nichts dagegen?

  • stimmt, bei einem Bekannten, der allerdings Privatpatient ist, steht regelmäßig die unverschämte Summe von über 10 Euro nur für die telefonische Arztterminvereinbarung auf der Rechnung. Selbst daran also verdienen Ärzte sich eine goldene Nase. Telefonabzocke quasi-das sollten die Verbraucherschützer mal unter die Lupe nehmen.Wer für eine Terminvereinbarung mehr als 10 Euro zahlen muss, die ein paar Sekunden dauert,sollte wirklich bei den Verbraucherschützern mal anfragen. Hat der Arzt nur 100 Privatpatienten, verdient er an der Differenz, die er für seinen Anschluß zahlt schon mehr, als andere im ganzen Monat!

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