Geldnot
Modehaus Lacroix steht vor der Pleite

Das Pariser Modehaus Christian Lacroix ist allem Anschein nach insolvent. Laut Zeitungsberichten wird das Pariser Handelsgericht kommende Woche über ein Insolvenzverfahren oder die Liquidierung entscheiden. Der Name Lacroix hat aber dennoch eine Zukunft.

HB PARIS. Die Aktionäre von Lacroix, die US-Gruppe Falic, wollten das Haus aber weiterführen. Der Modeschöpfer Christian Lacroix, der dem Unternehmen den Namen gibt, ist noch bis 2010 bei dem Haus unter Vertrag. Doch jetzt fehlt Geld, um die nächsten Modeschauen vorzubereiten.

Christian Lacroix hat 2008 bei 30 Mio. Euro Umsatz zehn Mio. Euro verloren. 2009 sei das Modeunternehmen noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht, schreibt "Le Figaro". Der Verkauf der Sommermode "Prêt-à-Porter" sei um 30 Prozent eingebrochen. Die chronisch defizitäre, aber werbewirksame Haute-Couture leide unter dem Vermögensschwund der Superreichen in der Finanzkrise.

Die Falic-Brüder, Besitzer von Duty-Free-Läden, hatten Christian Lacroix 2005 erworben und zwei Modegeschäfte am Börsenplatz New York und im Vergnügungszentrum Las Vegas eingerichtet. Beide Städte sind jetzt besonders von der Finanzkrise betroffen. "Wir haben unsere Strategie auf den amerikanischen Markt ausgerichtet, der seit einem Jahr besonders stark leidet", erklärte Lacroix-Präsident Nicolas Topiol dem Blatt. "Japan hat auch große wirtschaftliche Probleme. Der Mittlere Osten hat zu Jahresbeginn einen brutalen Stopp erlebt. Wir sind dagegen wenig präsent in China, dem einzigen Markt, der widerstandfähig zu sein scheint."

Mit seinen spektakulären Kleidentwürfen hat Christian Lacroix Jahrzehnte lang die Modewelt begeistert. Das Modehaus selbst hat aber seit 32 Jahren damit kein Geld verdient. Der Luxuswarenkonzern LVMH Moët-Hennessy - Louis Vuitton stieß das Modehaus daher schließlich ab. Die Falic-Brüder wurden mit ihrem Kauf aber nicht froh und suchen seit einem Jahr ihrerseits einen Käufer. Wenn sich kein Investor finde, wollten die Falic-Brüder Geld auf den Tisch legen und das Modehaus weiterführen, schreibt der "Figaro". Dann wäre aber ein Teil der 125 Arbeitsplätze gefährdet.

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