Gemeinsame Geräteentwicklung
GE und Intel greifen in der Medizintechnik an

Die Konkurrenz der Medizintechniksparte von Siemens rüstet kräftig auf: Am Donnerstag kündigten Intel und General Electric (GE) an, im Gesundheitsbereich zu kooperieren.

cor/jojo NEW YORK/MÜNCHEN. Der größte Chiphersteller der Welt und der führende Medizintechnikkonzern wollen in den nächsten fünf Jahren 250 Mio. Dollar in die Entwicklung neuer Geräte stecken. Es geht dabei um Apparate zur Fernüberwachung des Gesundheitszustands oder zur Selbstkontrolle zum Beispiel für Senioren.

Die Vereinbarung ist für beide Seiten bedeutsam. GE sichert sich durch die Zusammenarbeit einen Technologievorsprung gegenüber der Konkurrenz. Intel hingegen bekommt einen Vertriebskanal in einem Bereich, der für den Halbleiterproduzenten strategisch enorm wichtig ist.

Gleichzeitig setzt GE die Konkurrenz aus Europa unter Druck. Die Medizintechnik ist einer der drei Kernbereiche von Siemens. Der in Erlangen angesiedelte Geschäftsbereich steht in scharfem Wettbewerb mit GE und Philips aus den Niederlanden. Insbesondere in den USA, dem weltweit wichtigsten Markt, auf den knapp die Hälfte der globalen Medizintechnikumsätze von mehreren Hundert Mrd. Dollar entfällt, wird es nach Ansicht von Analysten wegen der Kürzungen im Gesundheitswesen weiter runter gehen.

Auch dies ist ein Grund, warum GE und Intel jetzt in Geräte für den Heimgebrauch investieren: Wenn die Ärzte ihre Patienten via Internet überwachen können, so lässt sich damit viel Geld sparen. Die beiden Partner gehen davon aus, dass das Geschäft alleine in den USA und Europa von derzeit drei Mrd. Dollar im Jahr auf knapp acht Mrd. in drei Jahren wächst.

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