Gemeinsame Motoren
GM und BMW sprechen über engere Kooperation

Der US-Autokonzern General Motors und der bayerische Hersteller BMW rücken enger zusammen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Verhandlungskreisen haben beide Autokonzerne erste Gespräche über eine tiefere Zusammenarbeit aufgenommen.
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HB DÜSSELDORF. „Es gibt erste lockere Kontakte auf Gruppenleiter-Ebene, die Gesprächsrunden sind noch nicht weit fortgeschritten“, sagte eine mit der Situation vertraute Person dem Handelsblatt. Bereits vor der Insolvenz von GM im vergangenen Sommer habe es Gespräche mit den Bayern über eine Motorenkooperation gegeben, heißt es. BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer hatte vergangene Woche auf dem Autosalon in Paris gesagt, dass die Bayern derzeit mit mehreren Herstellern über Motorenlieferungen verhandelten. Erst vergangene Woche hatte der bayerische Hersteller und der schwedische Autobauer Saab einen Vertrag über die Lieferung von BMW-Benzinmotoren für die kommenden Modelle der Schweden abgeschlossen.

BMW und GM arbeiten bereits gemeinsam mit Daimler bei der Hybridtechnik zusammen und beide Firmen kooperieren auch bei automatischen Getrieben. Ein Sprecher von GM in Detroit sagte, der Konzern stehe generell mit Herstellern und seinen Zulieferern in Kontakt, um mögliche Gebiete der Zusammenarbeit zu evaluieren. Ein BMW-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. Das neue GM-Management glaube, dass mehr Partnerschaften dem Unternehmen auf dem Weg zum Turnaround helfen könnten, sagte GM-Vize-Verwaltungsratschef Stephen Girsky vor wenigen Tagen am Rande des Autosalons in Paris.

Die Amerikaner sind vor allem daran interessiert, ihre globale Modellpalette abzurunden, die technische Basis zu verbreitern und die Entwicklung neuer Technologien zu beschleunigen. Auch Renault-Nissan hatte sich jüngst an einer engeren Zusammenarbeit mit GM interessiert gezeigt. Der größte US-Autokonzern steckt damit vor dem anstehenden Börsengang seinen Kurs neu ab. BMW ist als mittelgroßes Unternehmen daran interessiert, über Kooperationen auf die gleichen Synergien wie größere Konzerne zu kommen. Neben Saab hatten die Bayern im März bereits einen Vertrag mit dem US-Spezialfahrzeughersteller Carbon Motors über die Lieferung von mehr als 240 000 Dieselmotoren im Wert von gut einer Milliarde Euro zum Einsatz in Polizeiwagen abgeschlossen.

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