Gemeinschaftsunternehmen
Bosch-Chef schmiedet Batterie-Pakt

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch gründet mit Samsung ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Lithium-Ionen-Batterie-Systemen. So will der Konzern sich für den erwarteten Elektroauto-Boom rüsten.

FRANKFURT/TOKIO. Der Stuttgarter Bosch-Konzern, größter Autozulieferer der Welt, geht im Rennen um alternative Antriebe in die Offensive. Das deutsche Unternehmen und der südkoreanische Technik-Konzern Samsung gründen ein gemeinsames Unternehmen für Lithium-Ionen-Batterie-Systeme. Der Start des Unternehmens mit dem Namen SB LiMotive Co. Ltd. sei für kommenden September vorgesehen, sagte ein Bosch-Sprecher in Stuttgart. Das Investitionsvolumen wurde mit 300 bis 400 Mill. Dollar angegeben. Die neue Firma habe ihren Hauptsitz in Südkorea. Samsung, das Lithium-Speicher bereits für viele Hersteller von Notebooks produziert, und Bosch sind jeweils zur Hälfte beteiligt.

Der Kampf um die Vormachtstellung bei der Lithium-Technik gewinnt mit der Offensive von Bosch weiter an Schärfe. So ist der VW-Konzern bereits mit dem japanischen Batteriehersteller Sanyo eine Partnerschaft eingegangen, der japanische Autobauer Nissan will mit dem Elektronikkonzern NEC in die Massenproduktion von Lithium-Ionen-Batterien einsteigen, und Bosch-Konkurrent Continental plant schon ab 2009, gemeinsam mit Johnson Controls solche Batterien an Mercedes-Benz und andere Autobauer zu liefern. Conti sieht den Schwerpunkt aber in der Systemintegration und will die Batterietechnik weiter einkaufen.

Die großen Autozulieferer richten sich damit immer deutlicher auf den Zukunftsmarkt Elektroantrieb aus und bereiten sich auf den allmählichen Abschied vom Verbrennungsmotor vor. Lithium-Ionen-Batterien gelten als Schlüsseltechnik beim Bau von Hybrid- und Elektroautos. Allein der Markt für Hybridmodelle, die Elektro- und Ottomotor kombinieren, wird nach Einschätzung von Bosch von derzeit 580 000 Modellen jährlich bis 2015 auf drei Millionen Fahrzeuge weltweit wachsen.

"Batterietechnik und Batterie-Produktion wird das, was in den letzten 50 Jahren der Verbrennungsmotor war, und kristallisiert sich zum strategischen Wettbewerbsvorteil aus", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Denn angesichts steigender Spritpreise und der anhaltenden Klimadebatte rücken Elektrofahrzeuge immer stärker in den Fokus der Autoindustrie.

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