Gemeinschaftsunternehmen sind out
Die Zügel in der Hand

Bisher war den meisten Unternehmen die Gründung eigener Töchter im Reich der Mitte zu riskant. Doch das ändert sich: Statt schwerfälliger Gemeinschaftsunternehmen wollen westliche Unternehmen – soweit möglich – die Zügel im Chinageschäft allein in der Hand halten.

PEKING | DÜSSELDORF. Wenn westliche Unternehmen ihre Fühler nach China ausstreckten, war die Strategie lange Zeit vorgezeichnet: Man suchte sich einen chinesischen Partner, gründete ein Gemeinschaftsunternehmen und beackerte den Markt gemeinsam. Den meisten Unternehmen war die Gründung eigener Töchter im Reich der Mitte zu riskant – oder verboten.

Doch das ändert sich: Statt schwerfälliger und oft schwierig zu steuernder Gemeinschaftsunternehmen wollen mehr und mehr westliche Unternehmen – soweit möglich – die Zügel im Chinageschäft allein in der Hand halten. Sie verstärken sich durch den Zukauf ganzer Firmen oder von Joint-Venture-Anteilen.

Beispiel Fedex: Sechs Jahre lang lieferte der amerikanische Logistik-Konzern gemeinsam mit der chinesischen DTW-Group Pakete im Reich der Mitte aus. Damit ist seit Januar Schluss: Für 400 Millionen Dollar kaufte Fedex den 50-Prozent-Anteil des chinesischen Partners am Joint Venture und erlangte so die lange gewünschte Kontrolle: Mit der 100-prozentigen Tochtergesellschaft will Fedex auf dem umkämpften chinesischen Markt nun Gas geben.

Seit zum Jahresbeginn einige Restriktionen für Mergers & Acquisitions (M&A) in China gelockert wurden, beobachten Experten wie die Unternehmensberatung McKinsey eine wachsende Zahl an Übernahmen in China durch ausländische Firmen. „Wir erwarten dieses Jahr mehr M&A-Aktivitäten“, sagt auch Hanna Böhme, die bei der EU-Kammer in Peking für den Mittelstand zuständig ist. Das Interesse ist groß, wie der Handelsblatt Business-Monitor im Februar zeigte, eine repräsentative Umfrage unter 803 deutschen Führungskräften: Danach schauen sich deutsche Unternehmen mit Zukaufsplänen zwar vor allem Firmen aus dem Heimatland und aus Europa an. Doch nennen sie China bereits an dritter Stelle.

Seite 1:

Die Zügel in der Hand

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%