Genehmigung noch immer nicht erteilt
Zeppelin-Überführung vor dem Aus

Die erste nach Japan verkaufte deutsche Maschine neuer Generation wartet bislang vergeblich auf Genehmigung zum Flug über Russland. Nach einer fünfwöchigen Wartezeit steht der Zeppelin nach wie vor in Helsinki.

HB FRIEDRICHSHAFEN. Der Überführungsflug des ersten nach Japan verkauften Zeppelins neuer Generation steht vor dem Aus. Nach rund fünf Wochen Wartezeit wegen einer fehlenden russischen Genehmigung erwägt die Nippon Airship Corporation (NAC) jetzt einen Abbruch und die Rückkehr nach Friedrichshafen am Bodensee, teilte die Zeppelin Luftschifftechnik am Freitag mit. Der Zeppelin Neuer Technologie (NT) sitzt seit Mitte Juli in Helsinki fest und hätte in rund 30 Tagen über Sibirien nach Japan fliegen sollen.

Als Gründe für den ins Auge gefassten Abbruch wurden „die nach wie vor noch nicht endgültig geklärten Genehmigungen für den Transfer über das russische Territorium und die ab Mitte/Ende September zu erwartenden Wetterunwägbarkeiten über Sibirien“ genannt. Die NAC hatte den 75 Meter langen Zeppelin mit Platz für zwölf Passagiere im vergangenen März gekauft und will ihn für Touristenflüge und Werbetouren einsetzen. Für die rund 12 000 Kilometer lange Strecke wären mehr als ein Dutzend Zwischenlandungen notwendig gewesen.

Der Chef der Friedrichshafener Zeppelin Luftschifftechnik GmbH, Bernd Sträter, bedauerte die Vorentscheidung des japanischen Kunden, zeigte aber angesichts der Risiken auch Verständnis. „Es wäre schön gewesen, wenn es geklappt hätte“, meinte er. Andererseits habe die Planungssicherheit für den Transfer gefehlt. Zudem könnte ein Wetterumschwung über Sibirien das Luftschiff in Gefahr bringen.

Das Scheitern des Überführungsflugs habe jedoch nichts mit dem Zeppelin selbst zu tun, betonte Sträter. „Es liegt nicht am Produkt, sondern an der Vorbereitung“, sagte er unter Hinweis auf ein Beratungsunternehmen, das von der NAC mit der Organisation der Reise nach Fernost beauftragt worden war. Ob die NAC im Frühjahr nächsten Jahres einen neuen Transferversuch starten oder den Zeppelin auf dem Seeweg nach Tokio überführen wolle, konnte Sträter aber nicht sagen.

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