General Electric in der Krise
Wachsende Zweifel an der Solidität von GE

General Electric war stets ein Symbol für die Stärke der USA. Jetzt geht an der Wall Street die Angst um, dass der Mischkonzern schwächelt - wegen Problemen seiner Finanztochter.

NEW YORK. Einige Beobachter befürchten bereits, dass sich eine Entwicklung wie bei dem Versicherer AIG anbahnt, wo eine einzige Sparte das ganze Unternehmen in den Abgrund riss. Das GE-Management will diese Zweifel heute vor Investoren ausräumen. Analysten erwarten zugleich, dass GE-Chef Jeffrey Immelt die Gewinnerwartungen 2009 für die Finanztochter GE Capital zurücknimmt. "Es ist klar, dass die bisherigen Annahmen viel zu optimistisch sind", meint Jeffrey Sprague von der Citigroup.

In den vergangenen Wochen hat die Besorgnis über verborgene Risiken zugenommen, die im Portfolio der Finanztochter liegen könnten. Deren Kapitalanlagen bestehen aus 63 Mrd. Dollar in Wertpapieren, 34 Mrd. in Immobilien und 36 Mrd. in flüssigen Mitteln, nachdem GE der Einheit eine Kapitalspritze von 15 Mrd. Dollar verpasst hat.

Experten fragen sich jedoch, ob dies ausreichend ist. Sie vermuten einen hohen Abwertungsbedarf bei den Immobilien, deren Wert in den USA allgemein stark gesunken ist. GE hat den Anpassungsbedarf bislang auf 500 Mio. Dollar beziffert. Aber "da Gewerbeimmobilien zwischen 20 und 30 Prozent im Wert gefallen sind, ist es nicht schwer sich vorzustellen, dass der Anpassungsbedarf erheblich höher ausfallen könnte", sagt Credit-Sights-Analyst Richard Hofmann.

Kompliziert wird die Klärung dieser Frage dadurch, dass GE anders als andere Unternehmen bei seiner Portfoliobewertung meist nicht die aktuellen Marktpreise zugrunde legt. Dies wird damit gerechtfertigt, dass GE die Immobilien über viele Jahre hält und somit nicht handelt. Das verschafft ein komfortables bilanzielles Polster, trägt allerdings zur Unsicherheit über die tatsächliche Lage bei.

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