General Motors

600 Millionen Dollar für Entschädigungen

Im Skandal um eine verspätete Rückrufaktion legt General Motors 600 Millionen Dollar für Entschädigungen zurück, weitere 900 Millionen für kommende Rückrufe. Und der Konzern rutscht immer tiefer in die roten Zahlen.
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Muss Geld umparken im Konzern: Mary Barra, seit Januar neue Vorstandsvorsitzende von General Motors, kämpft weiter mit dem Skandal um eine verschleppte Rückrufaktion und muss Geld für Entschädigungen zurücklegen. Der US-Autobauer schreibt derweil mit seinen Marken Opel und Vauxhall weiter tiefrote Zahlen. Quelle: dpa

Muss Geld umparken im Konzern: Mary Barra, seit Januar neue Vorstandsvorsitzende von General Motors, kämpft weiter mit dem Skandal um eine verschleppte Rückrufaktion und muss Geld für Entschädigungen zurücklegen. Der US-Autobauer schreibt derweil mit seinen Marken Opel und Vauxhall weiter tiefrote Zahlen.

(Foto: dpa)

WashingtonIm Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern veranschlagt der US-Autohersteller General Motors (GM) Entschädigungszahlungen von mindestens 400 Millionen Dollar (297 Millionen Euro). Die Summe könnte um weitere 200 Millionen Dollar steigen, teilte GM in seinen am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen mit. Der Konzern stellte außerdem knapp 900 Millionen Dollar für künftige Kosten von Rückrufaktionen zurück.

Die Pannenserie ramponierte die GM-Bilanz im zweiten Quartal: Der Gewinn brach um 85 Prozent ein. General Motors verdiente von April bis Juni 190 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum hatte der Profit noch bei 1,26 Milliarden Dollar gelegen. Im ersten Quartal hatte GM bereits einen Gewinneinbruch in der gleichen Größenordnung verkraften müssen.

Der größte US-Autobauer wird seit Monaten von einer Rückrufwelle erschüttert. Weltweit musste General Motors seit Jahresbeginn rund 30 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen - ein Rekord in der Branche. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt. Im Mittelpunkt der Qualitätsmängel steht der Skandal um den verspäteten Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern, die während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können.

Mit dem Konstruktionsfehler bringt GM mehr als 50 Unfälle mit 13 Toten in Verbindung. Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen. General Motors wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure bereits seit dem Jahr 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern.

General Motors betraute den Staranwalt Kenneth Feinberg mit der Einrichtung eines Entschädigungsfonds. Feinberg hatte Ende Juni erklärt, dass der Fonds "keine Obergrenze" haben werde. Die nun angepeilte Summe von bis zu 600 Millionen Dollar für die Opfer kalkulierte GM auf der Grundlage der Kriterien, die der Anwalt für die Entschädigungszahlungen festgelegt hatte. So soll der Konzern etwa als Wiedergutmachung für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar zahlen. Dazu kommen weitere Posten für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte.

Unterdessen schreibt das Europa-Geschäft von GM mit den Marken Opel und Vauxhall weiter rote Zahlen. Im zweiten Quartal betrug der operative Verlust nach Konzernangaben dort 305 Millionen Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel als im Vorjahreszeitraum, als General Motors in Europa ein Minus von 114 Millionen Dollar einfuhr.

  • afp
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