General Motors
Astra soll als Saturn-Version in die USA

Der Opel Astra soll nach einem Zeitungsbericht ab kommendem Jahr auch über amerikanische Highways rollen. Der Mutterkonzern General Motors plant angeblich ab 2007 im Opel-Werk Antwerpen 40 000 Einheiten pro Jahr für den US-Markt bauen zu lassen.

HB FRANKFURT. Dies berichtet die „Automobilwoche“. General Motors will demnach seine Geschäftspolitik ändern und Autos seiner Tochter Opel in die USA exportieren.

Der Konzern erwäge, in Europa hergestellte Opel Astra unter der Schwestermarke Saturn auch in Amerika zu vermarkten, sagte ein Sprecher von GM Europe am Montag. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus. Der Opel-Betriebsrat fordert angesichts der schwachen Autokonjunktur in Europa seit langem den Export von Opel-Fahrzeugen in die USA.

Opel und Saturn teilten immer mehr Gemeinsamkeiten, etwa beim Design, sagte der Sprecher. Daher sei es sinnvoll, über den Export des Astra nachzudenken. Er reagierte auf einen Bericht des Branchenblatts „Automotive News“, dem zufolge GM mit dem Astra in Amerika den Saturn Ion ersetzen will. Dessen Produktion läuft Ende des Jahres aus.

Dem Bericht zufolge sieht der weltgrößte Autohersteller ein Marktpotenzial von 20 000 bis 40 000 Astras in den Vereinigten Staaten, während der Konzern zuletzt 100 000 Ions absetzte. Die Pläne, Autos aus Europa zu importieren, während GM in den USA tausende Stellen streicht, könnte weitere Konflikte mit den US-Gewerkschaften provozieren. Allerdings wäre es auch ein Schritt nach vorne im Bemühen des Konzerns, Synergien aus seinen einzelnen Marken zu ziehen.

Der Opel Astra, in Großbritannien als Vauxhall auf dem Markt, ist mit zuletzt 534 000 verkauften Autos im Jahr das absatzstärkste Modell von GM in Europa. Insgesamt hat GM in Europa von Januar bis April weniger Autos verkauft als im vergangenen Jahr, der Marktanteil ging auf 9,1 von 9,4 Prozent zurück. Der Absatz sei in den ersten vier Monaten um 5150 auf 686.468 Fahrzeuge zurückgegangen, allein im April ging die Zahl der Zulassungen um 7,5 Prozent zurück. Die Zahl der Zulassungen von Opel- und Vauxhall-Modellen ging um 19.607 auf 549.624 Fahrzeuge zurück, während Saab ein Absatzplus um mehr als 21 Prozent auf 31.798 verzeichnete. Der im vergangenen Sommer eingeführte Opel Zafira habe um 27 Prozent zugelegt.

Unterdessen geht das Tauziehen um die künftige Auslastung der drei bestehenden Astra-Werke von Opel weiter. Der Betriebsrat des Bochumer Opel-Werks machte am Montag deutlich, dass er Kürzungen der Astra-Produktion an dem nordrhein-westfälischen Standort verhindern will. „Wir können uns keine Volumenreduzierung leisten“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. Der Europachef des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), Carl-Peter Forster, hatte in einem Interview erklärt, GM verhandele derzeit mit den Betriebsräten von drei Astra-Werken über die Streichung einer Schicht.

Einenkel verwies darauf, dass der im vergangenen Jahr zwischen Belegschaft und Management geschlossene Zukunftsvertrag dem Bochumer Opel-Werk bis 2010 drei Schichten zusichert und betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Allerdings lässt der Vertrag ab 2007 Änderungen am Produktionsvolumen zu. Der Betriebsrat erklärte, im Rahmen der im vergangenen Jahr begonnenen Opel-Sanierung müssten im Bochumer Werk noch 450 Stellen abgebaut werden. Danach werde es kaum noch Möglichkeiten zu einem freiwilligen Stellenabbau - etwa über Altersteilzeit – geben. Der Wegfall einer Schicht bedeute für Bochum den Verlust von nochmals 1 000 Arbeitsplätzen.

Das GM-Management und die Betriebsräte verhandeln seit April über die Verteilung der Astra-Produktion in den kommenden Jahren in Europa. Betroffen sind in erster Linie die Werke im belgischen Antwerpen, in Bochum sowie im britischen Ellesmere Port. Das Management hat bislang nicht verlautbaren lassen, an welchem dieser drei Standorte eine Schicht gestrichen werden soll.

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