General Motors
„Die Entscheidung fällt in Asien“

Der US-Autokonzern General Motors (GM) gibt im Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem japanischen Konkurrenten Toyota um die Spitzenposition des absatzstärksten Autobauers nicht auf. "Wir wollen im Rennen mit Toyota vorne bleiben und sehen dafür auch eine sehr gute Chance", sagte GM-Boss Rick Wagoner dem Handelsblatt.

Handelsblatt: Herr Wagoner, Sie waren in den vergangenen Tagen auf dem Autosalon in Genf. Welches Modell hat Sie am meisten beeindruckt?

Wagoner: Neugierig hat mich der indische Tata Nano gemacht. Ich hatte so viel von diesem Billigwagen gehört. In Genf konnte ich einen Blick darauf werfen - Tata hat einen guten Job gemacht.

Braucht nicht jeder große Hersteller ein Fahrzeug in der Nano-Preisklasse um die 2500 Dollar? Ich glaube es nicht, aber ich weiß es nicht. Wir werden abwarten müssen.

Wird GM so ein Auto in den Schwellenländern anbieten?

Wir arbeiten seit längerem an einem preiswerten Mini-Car. Der Wagen soll ziemlich günstig sein, wird aber nie in die Preisklasse von 2500 Dollar vorstoßen. In China verkaufen wir bereits einen Wagen, der 4500 Dollar kostet. Ich glaube, auch Tata wird teurere Versionen anbieten, um die Profitabilität zu steigern.

Billig ist das eine. Aber selbst Audi, Mercedes und BMW drängen verstärkt ins Kleinwagensegment. Definiert sich Premium angesichts weltweit sich verschärfender CO2-Grenzwerte derzeit neu?

Ich glaube, dass das eine pragmatische Antwort auf den Druck ist, niedrigere CO2-Emissionen zu erreichen. Für die meisten Marken ist es ein Weg, den neuen Anforderungen zu entsprechen. Der spannende Punkt ist: Wie groß ist die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen? Ich erwarte, dass sie zum Beispiel in Europa deutlich wachsen wird, aber das wird von der Entwicklung der Spritpreise und der KFZ-Steuern abhängen.

Auch in den USA sind Kleinwagen eines der wenigen Segmente, die wachsen. Werden Sie verstärkt in diesen Markt gehen?

Das kleinste Auto, das wir in den USA verkaufen, ist derzeit der Chevrolet Aveo. Ich kann mir zwar vorstellen, dass wir auch kleinere Autos bauen, aber ich kann dazu derzeit nicht mehr sagen. Es ist ziemlich schwierig, ein kleines Auto zu bauen und aus diesem Investment noch einen vernünftigen Ertrag zu erzielen.

Sie haben in Genf eine Studie für einen Saab -Kleinwagen unter dem Namen Saab 9-X gezeigt. Wird er die ersehnte Gewinnwende für die Schweden bringen?

Wir bringen in den nächsten Jahren mehrere neue Saab -Modelle heraus. Ich hoffe, dass die neuen Wagen Saab in die Gewinnzone führen werden. Die Studie des 9-X ist ein potenzielles Einstiegsmodell der Schweden für ein Marktsegment, das zu wachsen scheint. Er sollte deshalb einen Beitrag dazu leisten, dass Saab - hoffentlich - seine künftige Profitabilität steigern kann.

Der Kleinwagen könnte die Kapazitäten im Stammwerk Trollhättan auslasten. Rettet das Modell die Fertigungsstätte?

Wir haben uns da noch nicht festgelegt. Es ist offensichtlich, dass die Schweden einen sehr guten Job gemacht haben beim Design - aber jetzt warten wir erst einmal die Reaktionen auf die Studie ab. Wir wollen das Pferd nicht von hinten aufzäumen und bereits jetzt allzu viel darüber reden - wann, wie oder wo wir das Projekt machen werden.

Wann fällt die Entscheidung?

Das drängt nicht. Also, da wird nichts in den nächsten Monaten passieren. Allerdings werden wir eine Entscheidung im Laufe des nächsten Jahres fällen.

Sie wollen den Anteil Ihrer Fahrzeugverkäufe außerhalb der USA binnen einer Dekade auf 75 Prozent erhöhen. Mit welchen Marken und welchen Modellen soll das gelingen?

Derzeit machen die Auslandsmärkte schon 60 Prozent am GM -Gesamtumsatz aus. Angesichts des starken Wachstums in den Schwellenländern halte ich diese Ziffer deshalb für erreichbar. Ich bin sicher, dass die am stärksten wachsende Marke dort Chevrolet sein wird. Chevrolet ist für mich eine globale Basismarke. Was die Produkte angeht, wird vor allem das Corsa-Segment stark zulegen.

Chevrolet ist die am stärksten wachsende Auslandsmarke im Boommarkt Russland. Doch die Konkurrenz dort ist hart. Können Sie die Position halten?

Ich glaube, das wird eine Herausforderung werden. Russland ist ein Wachstumsmarkt, und jeder versucht, dort jetzt Fuß zu fassen. Aber unser Rekordniveau spricht für sich. Wir haben gute Arbeit mit Chevrolet geleistet und noch eine Menge Möglichkeiten. Ich glaube darum, dass wir mit Chevrolet und auch mit Opel in Russland weiter wachsen werden. Was uns allerdings trifft, ist, dass wir für Opel nicht die gleiche lokale Produktionskapazität wie für Chevrolet in Russland haben. Aber wir sind dabei, dies mit der vor kurzem aufgenommenen Fertigung des Opel Astra im Werk St. Petersburg zu ändern.

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