General Motors
Die Opel-Entscheidung ist gefallen

Die zweitägige Sitzung des neu besetzten GM-Verwaltungsrates um Board-Chef Ed Whitacre ist beendet. Über die Entscheidung von Amerikas größtem Autokonzern zu Opels Zukunft will der Chefunterhändler der Amerikaner die Bundesregierung am heutigen Donnerstag informieren, auch eine Pressekonferenz ist angesetzt.

NEW YORK/FRANKFURT. Auf der Verwaltungsratssitzung in Detroit ist nach Unternehmensangaben eine Entscheidung getroffen worden. Das Gremium werde seine Empfehlung innerhalb der kommenden 24 Stunden der deutschen Bundesregierung, anderen europäische Regierungen, den beiden Bietern, den Opel-Beschäftigten und der Opel-Treuhand übermitteln, teilte GM-Europe am Donnerstag mit. Am Donnerstagnachmittag ist laut Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz eine Pressekonferenz geplant, auf der Einzelheiten über den Verhandlungsstand bekanntgegeben werden sollen. Neben einem Verkauf von Opel an den Zulieferer Magna oder den Finanzinvestor RHJ International stand auch der Verbleib des Autobauers im US-Konzern sowie eine Insolvenz zur Debatte.

Den gesamten Donnerstag über hat kaum ein Beobachter damit gerechnet, dass Magna bei Opel noch zum Zuge kommt. Doch dann kam am Mittag die Kehrtwende. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten übereinstimmend, dass General Motors unter Bedingungen doch zum Verkauf von Opel bereit sei. In diesem Fall bliebe Magna der Favorit. Der GM-Verwaltungsrat stelle dafür aber Bedingungen an den Käufer,

Dabei versprühte selbst Magna-Gründer Frank Stronach zuletzt in dieser Frage kaum Optimismus. "Es steht in den Sternen", sagte Stronach am Mittwochabend in Köln auf die Frage, ob er glaubt, dass sein Unternehmen den Zuschlag erhalte. Er wurde dort mit einem Umweltpreis ausgezeichnet.

Stronach betonte, dass Magna zum Bietertisch gebeten worden sei. Opel sei kein Geschenk. Er rechnet mit einer endgültigen Entscheidung innerhalb der nächsten zwei Wochen. Vor einem Jahr wären GM, Magna und die russische Gaz nahe dran, ein Joint Venture einzugehen, betonte er auf die Frage nach der Skepsis der Amerikaner gegen die russischen Partner. Wenn der Opel-Deal scheitert, werde sich Magna nicht nach anderen Herstellern umsehen. "Das Leben geht weiter", sagte Stronach.

GM lässt sich von den Deutschen nicht unter Druck setzen und stellt weiterhin die Option in den Raum, Opel letztlich doch noch zu behalten. Die Drohungen der deutschen Politik, GM müsse den für Opel gezahlten Rettungskredit im Volumen von 1,5 Mrd. Euro zurückzahlen, wenn man sich gegen einen Verkauf entscheide, wies GM am Mittwochnachmittag höflich zurück. Deutschland könne diesen Betrag nicht von GM einfordern, weil er nicht an die Entscheidung zum Verkauf der Europa-Tochter gekoppelt sei.

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