General Motors
GM-Chef Henderson gibt auf

Der Vorstandschef des größten US-Autokonzerns General Motors, Frederick Henderson, ist am Dienstag nach nur wenigen Monaten im Amt zurückgetreten. Der langjährige GM-Manager macht damit den Weg frei für einen Neubeginn, der insbesondere von Aufsichtsratschef Edward Whitacre vorangetrieben wird.
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ebe/HB NEW YORK/DETROIT. Edward Whitacre, der frühere Konzernchef des Telekom-Riesen AT&T, werde zusätzlich zu seiner Position als Chairman vorübergehend auch das Amt des CEO übernehmen, teilte die Opel-Konzernmutter am Dienstagabend im Anschluss an eine Board-Sitzung mit. Damit wird die unter staatlicher Kontrolle stehende US-Ikone nun auch operativ von einem Manager geführt, der keinerlei Erfahrungen im Autogeschäft vorzuweisen hat. Mit der Suche nach einem Henderson-Nachfolger werde jedoch „umgehend“ begonnen, teilte der Texaner in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit.

Faktisch hatte Whitacre in den vergangenen Wochen bereits das Zepter übernommen und mit einigen wesentlichen Entscheidungen Vorstandschef Henderson überstimmt und düpiert. So entschied der Verwaltungsrat, die deutsche Tochter Opel gegen den Willen Hendersons nicht zu verkaufen und stattdessen unter dem eigenen Konzerndach zu halten.

"Es müssen Veränderungen her", sagte Verwaltungsratschef Ed Whitacre am Dienstagabend in Detroit. Zu den genauen Gründen des überraschenden Abgangs wollte er sich nicht äußern. Im Vorfeld hatte es immer wieder geheißen, es gebe Meinungsverschiedenheiten zwischen Henderson und dem Verwaltungsrat.

„Fritz“ Henderson hatte die Opel-Mutter im Sommer dieses Jahres aus einer staatlich kontrollierten Blitz-Insolvenz geführt. Er galt aber von Beginn an nur als Übergangskandidat, weil er viele Jahre unter Ex-Vorstandschef Rick Wagoner diente und damit mitverantwortlich war für den finanziellen Untergang der Firma „Old GM“.

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  • Vorhersagen ernst nehmen!

    Debatten vergebens!

    Opel kann man nicht mehr helfen!

    Jetzt die Notbremse ziehen und Reagieren!

    Auch eine Aktiengesellschaft für Opel hat keine Wirkung!

    Auch Steinmeier nicht!

    Auch GM - Chef Anderson hat die Flinte in Korn geworfen.

    GM auch nicht !

  • Leider eine durchgängige Situation: branchenfremde übernehmen branchenfirmen und sorgen dafür,dass sie langfristig zur insolvenz verurteilt sind, dass möglichst schnelle Gewinne gemacht werden. Fachwissen ist nicht mehr gfragt, kurzfristiges Denken, shareholder-Philosopie ist gefragt. Auch diese Finanzkrise hat weder bei banken noch in der Großindustrie zum Umdenken geführt. Das tut langsam sehr weh!

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