General Motors
Gnadenfrist für Saab

Der vor dem endgültigen Aus stehende schwedische Autohersteller Saab hat am späten Dienstagabend vom Mutterkonzern General Motors (GM) eine Gnadenfrist bekommen: Der Verwaltungsrat von GM bestätigte in Detroit, dass man neue Übernahmeangebote für Saab erhalten hat.
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STOCKHOLM. Die Übernahmeangebote werde man bis Ende Dezember auswerten und erst danach entscheiden, ob Saab verkauft oder stillgelegt wird. Um welche Interessenten es sich handelt, wollte GM nicht mitteilen. Auch erklärte ein Sprecher des US-Konzerns, dass man bis zu einer endgültigen Entscheidung keine weiteren Einzelheiten nennen werde.

Nach dem überraschenden Ausstieg des kleinen schwedischen Sportwagenherstellers Koenigsegg vergangene Woche war die Zukunft von Saab höchst ungewiss. GM hatte bereits vor einem Jahr erklärt, dass man sich von der seit fast 20 Jahren stets verlustreichen Tochter trennen werde. Zuletzt waren die US-Finanzinvestoren Merbanco und Renco Group sowie der chinesische Autohersteller BAIC als Interessenten im Gespräch. BAIC gehörte auch dem Konsortium um Koenigsegg an.

Am Stammsitz von Saab in Trollhättan war am Abend Erleichterung zu verspüren. Die über 3400 Beschäftigten des kleinen schwedischen PKW-Bauers hofften, dass während der neuen Frist von einem Monat ein seriöser Käufer gefunden werden könne. Die schwedische Regierung, die Vertreter nach Detroit geschickt hatte, machte erneut klar, dass sie keine Steuergelder in das marode Unternehmen stecken werde. Dagegen erneuerte sie ihre Bereitschaft zu Kreditgarantien. Saab wird seit 1990 von GM kontrolliert. Seit dieser Zeit hat das Unternehmen mit Ausnahme von zwei Quartalen nur rote Zahlen eingefahren.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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