General Motors
Kerkorians Ausstieg hinterlässt Lücke

Der widerspenstige Investor Kirk Kerkorian ist komplett bei General Motors ausgestiegen. Freude dürfte bei Konzernchef Rick Wagoner dennoch nicht aufgekommen sein. Zwar hat er jetzt freie Fahrt, die Sanierung des weltgrößten Autoherstellers ohne die Querschüsse seines Großaktionärs voranzutreiben. Doch gerade dieser fehlende „Ansporn“ könnte Wagoner zum Verhängnis werden.

NEW YORK. Investoren und Analysten reagierten auf den Komplettausstieg Kerkorians mit Verkäufen und Verkaufsempfehlungen. Innerhalb weniger Tage ist die GM-Aktie von gut 35 Dollar auf einen Kurs unterhalb der 30-Dollar-Marke abgetaucht. Der 89-jährige US-Milliardär aus Las Vegas habe bei GM Druck auf Management und Board ausgeübt und auf diese Weise positiv Einfluss genommen, sagte Efraim Levy von der Ratingagentur Standard & Poor’s. Morgan-Stanley-Analyst Jonathan Steinmetz betonte, es sei kein Zufall, dass GM direkt nach Kerkorians Einstieg das Sanierungstempo erhöht habe.

Der jüngste Kursrutsch an der Börse signalisiert neues Ungemach für einen hoch verschuldeten Konzern, der im Heimatmarkt USA seit Jahren Marktanteile verliert und 2005 einen Rekordverlust von 10,6 Mrd. Dollar einfuhr. Konzernchef Wagoner muss jetzt beweisen, dass er den wankenden Weltmarktführer auch ohne öffentlichen Druck aus der Verlustzone hieven kann.

Auf der Los Angeles Autoshow betonte er in der Vorwoche, der Konzern erziele deutliche Fortschritte bei der Sanierung. GM will alleine in den USA zwölf Fabriken schließen und hat bereits Abfindungsvereinbarungen mit rund 35 000 Beschäftigten getroffen. Dadurch sollen die Kosten im laufenden Jahr um insgesamt neun Mrd. Dollar sinken.

„Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber wir marschieren in die richtige Richtung – und zwar schnell“, betonte ein Konzernsprecher. Die jüngsten Ergebnisse sind zwar weiter rot, zeigen aber Aufwärtstendenz: So konnte GM seinen Nettoverlust im dritten Quartal auf 115 Mill. Dollar deutlich reduzieren – nach einem Minus von 1,7 Mrd. Dollar im Jahr zuvor.

Auch die lange Serie der Marktanteilsverluste im Heimatmarkt scheint gestoppt: Während der ebenfalls schwer angeschlagene US-Rivale Ford im November 9,6 Prozent weniger Autos verkaufte, meldete GM für den abgelaufenen Monat ein Absatzplus von gut sechs Prozent.

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