General Motors
Kleinwagen sollen GM wieder groß machen

In Rekordzeit hat der US-Autorbauer General Motors das Insolvenzverfahren verlassen. GM-Chef Fritz Henderson verspricht eine Produktoffensive des mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Konzerns und will in den USA mit Kleinwagen das Ruder herumreißen - und bald wieder mit dem Branchenprimus Toyota konkurrieren.

NEW YORK. Der traditionsreiche US-Autobauer General Motors (GM) geht weitgehend entschuldet und deutlich schlanker aufgestellt aus der Insolvenz hervor und will so schnell zur alten Größe zurückkehren. "Diese Firma gehörte in den vergangenen 100 Jahren zu den wichtigsten Konzernen der Welt und verdient es dorthin zurückzukehren", sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Ed Withacre, den die US-Regierung dem Management vor die Nase gesetzt hat. Henderson versprach, GM werde eine Familie kleiner, Benzin sparender Fahrzeuge herstellen und wie geplant bis Ende 2010 den Chevrolet Volt mit Hybrid-Antrieb auf den Markt bringen. In Europa setzt Henderson Hoffnung in den für den Herbst erwarteten neuen Opel Astra. Möglich wird der Neustart, weil der Konzern heute nach der Rekordzeit von 40 per Gerichtsbeschluss aus der Insolvenz entlassen wurde.

GM war in der aktuellen Rezession in die Insolvenz gerutscht, weil die Wirtschaftskrise die ohnehin vorhandenen strukturellen Probleme des Konzerns drastisch verschärft hatte. Dazu gehörten zu hohe Produktionskosten, zu viele Mitarbeiter, eine unüberschaubare Zahl an Marken und Modellen sowie die Konzentration auf große Fahrzeuge mit sehr hohem Verbrauch. Die neue GM, die nur mit Hilfe der kanadischen und der amerikanischen Regierungen so schnell durch as Insolvenzverfahren gehen konnte, wird deutlich schlanker dastehen.

Der Schuldenstand sinkt drastisch von 176 Mrd. Dollar auf 48 Mrd. Dollar. Die Zahl der Mitarbeiter geht von 91 000 auf 68 500 zurück. Dafür werden nicht nur 13 der bisher 47 Fabriken geschlossen und somit Stellen in der Produktion gestrichen. Auch 35 Prozent der Angestellten müssen gehen. Henderson kündigte heute unter anderem an, dass die gesamte, für die USA zuständige Managementriege entfallen solle. Dieses Geschäft werde nun direkt vom Konzernvorstand geführt. Mit der neuen Kostenstruktur sei man in der Lage mit dem japanischen Branchenprimus Toyota zu konkurrieren, sagte Henderson.

Verkauft oder abgewickelt werden die Marken Saab, Hummer, Saturn und Pontiac. Übrig bleiben Chevrolet, Buick, Cadillac und GMC. Geplant ist, dass GM an der langjährigen deutschen Tochter Opel nach Abschluss der Verkaufsverhandlungen einen Minderheitsanteil von 35 Prozent behalten wird. Derzeit hält ein Treuhänder eine Mehrheit von 65 Prozent der Opel-Anteile. Die Verkaufsverhandlungen führt GM. Als Favorit für einen Zuschlag gilt weiterhin der kanadische Autozulieferer Magna und dessen russischer Partner Sberbank.

Laut Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wollen Magna und GM in der kommenden Woche einen Vertrag unterschreiben, auch wenn noch viele "Hausaufgaben" gemacht werden müssten. Weiterer Opel-Interessent ist der chinesische Hersteller Beijing Automotive (BAIC). Der lange als Käufer angesehene italienische Autohersteller Fiat scheint dagegen völlig aus dem Rennen zu sein. Henderson erwähnte den Namen des Konkurrenten nicht einmal mehr.

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