General Motors
Lada fordert Schadenersatz von US-Konzern

Jetzt gerät der angeschlagene bisher weltgrößte Autohersteller General Motors auch in Russland unter Druck. Mit einer bisher symbolischen Klage über 1 000 Rubel, umgerechnet knapp 30 Euro, will der Lada-Mutterkonzern Avtovaz Schadenersatz von GM erzwingen.

HB MOSKAU.Direkter Hintergrund des aktuellen Streits sind divergierende Meinungen über die Qualität der von Lada zur Fertigung des Gemeinschaftsmodells Chevrolet-Niva gelieferten Teile. Das Joint Venture hatte seine Bänder zeitweise angehalten, weil die Zulieferkomponenten nicht brauchbar gewesen sein sollen. Bei Lada hieß es, wenn das Gericht in der Wolga-Stadt Samara der Klage stattgebe, würden weitere Prozesse mit Millionen-Strafen angestrebt.

Die juristische Attacke, die am Ende zum Aus des gemeinsamen Produktionsunternehmens GM-Avtovaz führen könnte, kommt zu ungünstiger Zeit: Denn Russlands Automarkt wächst ungebremst weiter und böte den krisengeschüttelten Detroitern so Absatzhilfe in der Not.

Hinter dem Gerichtsgang vermuten Analysten einen tieferen Zwist. Das Werk in Togliatti, das gerade erst mehrheitlich vom Staat übernommen wurde (Handelsblatt vom 22.12.), will sich nach den Worten des neuen Generaldirektors Igor Jesipowskij von dem Joint Venture trennen: Man überprüfe die Beteiligung an GM-Avtovaz, weil das Werk der russischen Mutter trotz Lieferung von rund 90 Prozent der verarbeiteten Komponenten kaum Gewinne bringe, so der neue Chef. GM-Avtovaz gehört zu je 41,5 Prozent Lada und GM sowie zu 17 Prozent der Osteuropaförderbank EBRD.

Analysten vermuten, dass die Staatsvertreter als neue Herren bei Lada die Westler durch Ausbooten beim Joint Venture von der weiteren Kontrolle über Russlands größtes Autowerk ausschließen wollen. Avtovaz wird seit Jahren vorgeworfen, Gewinne durch massive Diebstähle und Autoverkäufe zu Dumpingpreisen an Freunde der zuständigen Vertriebsmitarbeiter drastisch gemindert würden. mbr

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