General Motors
Opel-Chef sieht keinen Bedarf für Fiat-Fusion

Händeringend sucht Fiat Chrysler einen Partner im Wettrennen um neue Technologien im Auto-Markt. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann erteilt Spekulationen um eine mögliche Fusion eine Absage – wegen schlechter Erfahrungen.
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Rüsselsheim/MelfiOpel-Chef Karl-Thomas Neumann hat ein Zusammengehen seines Mutterkonzerns General Motors mit Fiat ausgeschlossen, hält jedoch eine Zusammenarbeit von Autobauern zum Kostensenken für notwendig. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Machionne habe mit seinen Hinweisen auf Konsolidierungsbedarf Recht. In der Autoindustrie werde die selbe Technik – zum Beispiel Motoren mit niedrigen Kohlendioxid-Emissionen – zehn Mal gleichzeitig entwickelt, sagte Neumann am Donnerstag in Rüsselsheim. Die Entwicklungskosten könnten gesenkt werden, wenn verschiedene Autohersteller sie teilten.

Marchionne ist einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Fusionsvorschlag an GM-Chefin Mary Barra abgeblitzt, den er per E-Mail unterbreitet haben soll. Den Austausch mit Barra wollte Marchionne am Donnerstag bei einem Besuch im Fiat-Werk Melfi in Süditalien nicht bestätigen. „Ich schreibe eine Menge E-Mails, darüber redet man nicht auf diese Weise“, sagte er. Zugleich betonte er jedoch: „Ich bin absolut sicher, dass es vor 2018 zu einer Fusion kommen wird.“ Dies sei seine persönliche Meinung, „ein Bauchgefühl“.

Der Chef des weltweit siebtgrößten Autobauers strebt Insidern zufolge eine Verschmelzung mit einem US-Partner an, um die Schwächen von Fiat Chrysler auszubügeln und sein Lebenswerk vor seinem Ausscheiden 2019 zu sichern. Doch wegen des hohen Schuldenberges und der geringen Rendite hat Fiat es schwer, einen Verbündeten zu finden. Marchionne erklärte, es müsse zu einer Konsolidierung kommen, um hohe Kapitalkosten zu teilen und teure Investitionen in neue Technologien zur CO2-Reduktion oder automatisiertem Fahren stemmen zu können.

Auch Opel-Chef Neumann sagte, mit höheren Produktionsvolumina müssten Größenvorteile gewonnen werden. Doch diese könnten auch noch innerhalb des GM-Konzerns realisiert werden. Die Allianz von Opel mit dem französischen Autobauer Peugeot sei ein großer Fehler gewesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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