Opel könnte an Peugeot verkauft werden

General Motors
Opel könnte an Peugeot verkauft werden

Peugeot verhandelt über einen Kauf des deutschen Autobauers Opel. Die Gespräche mit dem US-Mutterkonzern General Motors sind bereits fortgeschritten. Analysten reagieren skeptisch: „Aus zwei Lahmen wird kein Gesunder.“
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Paris/FrankfurtOpel könnte an den französischen Konkurrenten Peugeot verkauft werden. Der amerikanische Mutterkonzern General Motors befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Zusammenlegung der Rüsselsheimer Tochter mit dem französischen Konkurrenten.

Ein Sprecher von PSA bestätigte am Dienstag die Verhandlungen gegenüber dem Handelsblatt. „Im Rahmen unserer Gespräche über eine Ausweitung der Kooperation reden wir auch über den Kauf von Opel“, sagte der Sprecher. Die Gespräche stünden nicht erst am Anfang, sondern seien fortgeschritten. „Aber noch ist nichts vereinbart“, sagte der Sprecher. Auch der Opel-Mutterkonzern GM bestätigte am Nachmittag, dass Gespräche geführt werden.

Zuerst hatten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg über den Vorgang berichtet. Laut Reuters könnte ein Abschluss binnen Tagen verkündet werden. Opel und Peugeot hatten bereits vor einigen Jahren eine Allianz angestrebt. Am Ende blieb davon die gemeinsame Produktion von einigen Modellen.

Ein Vertreter des französischen Wirtschaftsministeriums sagte, die Pariser Regierung unterstütze das Management „bei seinem Wunsch, eine kritische Masse zu erreichen“. Die Regierung werde aber genau darauf achten, welche Konsequenzen sich aus dem Geschäft für die Arbeitsplätze ergäben. Der französische Staat hält mehr als 13 Prozent an PSA. Die Bundesregierung äußerte sich dagegen skeptisch. An der Pariser Börse reagierte die Peugeot-Aktie mit einem Kurssprung von 4,4 Prozent. In New York stieg die Aktie von GM zum Handelsstart um knapp vier Prozent.

Anleger wetteten offenbar auf den Beginn einer Fusionswelle. Experten zufolge ist kurzfristig jedoch nicht mit weiteren Zusammenschlüssen zu rechnen. Angesichts hoher Investitionen in die Elektromobilität und neue Mobilitätsdienste sei eher mit weiteren Kooperationen in der Branche als mit Fusionen zu rechnen, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, der das CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen leitet.

Analysten reagierten skeptisch auf den geplanten Zusammenschluss von Opel und Peugeot. „Wenn sich zwei Lahme zusammentun, wird kein Gesunder daraus“, sagte ein Experte. Für GM wäre der Verkauf gut, er bezweifle jedoch, dass Peugeot mit Opel glücklich werde. Dudenhöffer meinte: „Eins und Eins ergibt in diesem Fall nicht zwei, sondern eineinhalb.“

Vertreter der Arbeitnehmer reagierten verärgert auf die Gespräche. Das wäre eine „beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte“, erklärten IG Metall und der Opel-Gesamtbetriebsrat am Dienstag. „Ungeachtet dessen würden wir einen möglichen Verkauf von Opel/Vauxhall an PSA aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit PSA vorbehaltlos prüfen.“ Von den Berichten über einen möglichen Verkauf sei man überrascht worden.

Die deutsche Traditionsmarke mit dem Blitz als Logo gehört seit fast 90 Jahren zu GM. Ihre Hochzeit erlebte die Marke mit dem Blitz als Logo in den 1950er und 1960er-Jahren mit Modellen wie dem Kapitän und Admiral. Damals war Opel eine hochprofitable Tochter von General Motors. In den 1980er-Jahren begann der Abstieg, als Volkswagen aufholte und dem Rüsselsheimer Erzrivalen Marktanteile wegschnappte. Opel fiel wegen Qualitätsproblemen zurück.

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  • Klar fahren die Diesel. Die dürfen aber dann wegen dem Feinstaub in den nächsten Jahren vor der Stadt stehen bleiben. Besonders in Stuttgart.

  • @ Frau Schludewig
    Genau so ist es .... endlich mal ein Post mit Sachverstand!!! Chapeau!

  • @ Moritz Müller
    Glaubst du wirklich, dass Großinvestitionen bar bezahlt werden. Der das macht ist bekloppt u. bald pleite ... durch hohe Steuern. Immer schön Verluste abschreiben, dann läufts.

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