General Motors
US-Autokonzern drohen neue Klagen

Dem US-Autokonzern General Motors steht nun eine weitere Klagewelle wegen der Folgen defekter Zündschlösser bevor. Der Grund: US-Richter wollen weitere Verfahren zulassen.

New YorkDer US-Autokonzern General Motors (GM) muss sich auf eine weitere Klagewelle wegen der Folgen defekter Zündschlösser einstellen. Ein Berufungsgericht in New York entschied am Mittwoch, dass auch Klagen möglich sind, die sich auf die Zeit vor der Insolvenz des Konzerns im Jahr 2009 beziehen. Analysten zufolge könnten nun Entschädigungsforderungen bis zu zehn Milliarden Dollar (neun Milliarden Euro) auf GM zu kommen.

Der New Yorker Gerichtsbeschluss kippt eine Entscheidung vom April 2015. Damals hatte Insolvenzrichter Robert Gerber erklärt, GM könne nicht für Defekte an Autos in Haftung genommen werden, die vom „alten“ Konzern vor der Pleite und Neustrukturierung produziert worden waren.

Das Berufungsgericht in New York befand nun, es gebe Hinweise darauf, dass GM schon vor 2009 Hinweise auf den Zündschlossdefekt hatte, betroffene Autobesitzer aber bewusst nicht informierte. In dem Konzern habe es eine Unternehmenskultur gegeben, „bei der es darum ging, Verantwortung auf andere abzuschieben“, erklärten die Richter.

GM hatte im Februar 2014 den Rückruf von insgesamt rund 2,6 Millionen Autos weltweit eingeleitet, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Durch den Defekt, der dem Konzern bei Rückrufbeginn bereits zehn Jahre lang bekannt war, sollen 124 Menschen ihr Leben verloren haben und hunderte weitere verletzt worden sein.

Im vergangenen Sommer richtete GM einen Entschädigungsfonds ein. Für jedes Todesopfer zahlt der Konzern mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte fließen je 300.000 Dollar. Bislang wurden von dem Fonds knapp 400 Entschädigungsansprüche im Gesamtwert von fast 600 Millionen Dollar für rechtens befunden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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