General Motors
US-Regierung wird wohl zum Autobauer

Made in USA im wahrsten Sinne des Wortes: Der angeschlagene Autohersteller General Motors könnte bald einen neuen Eigentümer haben - nämlich die Vereinigten Staaten von Amerika. Laut Medienberichten erwägt die US-Regierung einen Einstieg bei GM. Dafür soll das Unternehmen aber erst gesund geschrumpft werden. Eine Insolvenz wird immer wahrscheinlicher.

HB NEW YORK. Die US-Regierung erwägt einem US-Medienbericht den Einstieg des Staates beim krisengeschüttelten Opel-Mutterkonzern General Motors (GM). Die Beteiligung könne im Tausch für einen Teil der bisherigen staatlichen Milliardenkredite an GM erfolgen, hieß es in den Medienberichten unter Berufung auf Insider. Auf diese Weise würde die Schuldenlast des Autobauers etwas verringert. Der Einstieg wäre aber in jedem Fall nur vorübergehend geplant.

Den Plänen zufolge würde sich der Staat an einem verkleinerten GM - Konzern beteiligen, der nur die überlebensfähigen Unternehmensteile des umfasst. Dies würde jedoch den Anteil der privaten Gläubiger an einem neuen Konzern verringern. Den Gläubigern waren laut früheren Berichten zuletzt 90 Prozent an GM angeboten worden, wenn sie dafür ihre Ansprüche von rund 28 Milliarden Dollar (etwa 21 Milliarden Euro) an das Unternehmen weitgehend aufgeben. Das US- Finanzministerium und GM selbst lehnten eine Stellungnahme ab.

GM hat bislang von der US-Regierung 13,4 Milliarden Dollar an Krediten erhalten. Präsident Barack Obama hat dem Autobauer bis Ende Mai Zeit für einen endgültigen Rettungsplan gegeben. Nach jüngsten US-Medienberichten wird aber ein geordnetes Insolvenzverfahren als Sanierungsweg immer wahrscheinlicher.

Ziel des Insolvenzplans sei laut einem Bericht der "New York Times" ein "chirurgischer Bankrott", bei dem GM in einen "guten" und einen "schlechten" Teil aufgespalten werde, berichtete das Blatt unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Der marode Teil von GM mit unverkäuflichen Marken und Fabriken könne über mehrere Jahre abgewickelt werden. Weder GM noch das US-Finanzministerium wollten sich dazu äußern. Eine mögliche Insolvenz bedeutet für Opel nach Unternehmensangaben keine Gefahr.

Der Insolvenzantrag solle schnell gestellt werden können, falls der Autobauer sich mit Anteilseignern nicht über den Tausch von etwa 28 Milliarden Dollar Schulden in Firmenanteile einigen könne, berichtete die Zeitung weiter. Offene Fragen gebe es auch in den Gesprächen mit den Gewerkschaften. Zuvor hatte die Regierung bereits den Druck auf die Gläubiger erhöht, weitere Zugeständnisse zu machen. Eigentlich sollten 90 Prozent der GM-Unternehmensanteile an die Gläubiger gehen. Dies wird laut "Wall Street Journal" mittlerweile als zu großzügig angesehen.

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