General Motors wird die Arbeit an der neuen Kompaktklasse und an Kleinwagen wahrscheinlich abziehen
Opel verliert Entwicklungskompetenz

Im Konflikt bei Opel ist in der zweiten Runde der Sanierungsverhandlungen das Entwicklungszentrum in den Mittelpunkt gerückt. Ingenieure und Fahrzeugentwickler trifft die Wucht der Sparpläne besonders hart, da der Mutterkonzern General Motors (GM) die Arbeit an neuen Autos weltweit an wenigen Standorten konzentrieren will.

HB hz FRANKFURT/M. Im Rahmen des GM-Sparprogramms steht in Rüsselsheim laut Unternehmenskreisen die Streichung einer Schicht in der Produktion sowie der Abbau von knapp 2 000 der rund 8 000 Jobs im Entwicklungszentrum zur Debatte. Ein Sprecher bezeichnete die Zahlen als „Spekulation“.

Konkrete Ergebnisse brachten die laufenden Sanierungsverhandlungen nicht. Die Gespräche über das GM-Sparpaket werden sich voraussichtlich über mehrere Wochen hinziehen. Erst im November soll ein Gesamtpaket geschnürt werden. Die Gespräche zwischen Management und Betriebsrat hatten am Montag begonnen. GM droht, in Europa insgesamt 12 000 Stellen zu streichen, davon 10 000 in Deutschland. Es sei jedoch angestrebt, die Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Bochum so weit wettbewerbsfähig zu machen, dass sie über 2010 hinaus als Automobilwerke erhalten werden könnten.

Insgesamt könnten am Stammwerk in Rüsselsheim 4 000 Arbeitsplätze verlorengehen, jeweils die Hälfte in der Produktion und im Entwicklungszentrum. Rüsselsheim erhielt zwar im Frühjahr die konzernweite Entwicklungskompetenz für die neue Mittelklasse, die auf der Fahrzeug-Basis („Plattform“) Epsilon II steht. Es gilt aber als ausgemacht, dass die Rüsselsheimer die Verantwortung für kleine Geländewagen, wie sie Daewoo bereits auf dem Autosalon in Paris vorstellte, an die koreanische GM-Tochter verliert.

Die Basis für das nächste Kompaktmodell Astra wird möglicherweise im US-Entwicklungszentrum Warren entwickelt, das bereits an der aktuellen Baureihe des Astra mitgearbeitet hat. Für ein Premiumauto der oberen Mittelklasse, die so genannte Zeta-Plattform, hat dagegen die australische GM-Tochter Holden die Verantwortung im Konzern erhalten.

GM-Vizechef Bob Lutz hatte aus seiner Unzufriedenheit mit den Entwicklern in Rüsselsheim keinen Hehl gemacht. „Das Portemonnaie springt einem offen gesagt nicht aus der Tasche, wenn man einen Vectra sieht“, sagte er noch im August.

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