General Motors
Zeitplan für Opel Astra gerät in Verzug

Der Standortwettbewerb des Autokonzerns General Motors um das neue Modell des Opel Astra ruft den Opel-Betriebsrat auf den Plan: Er stellt die Frist für eine Bewerbung der fünf betroffenen GM-Werke in Frage. Reibungspunkte bestehen vor allem bei den Plänen von GM, die europäischen Werke einer Schlankheitskur zu unterziehen.

RÜSSELSHEIM. Im Standortwettbewerb des Autokonzerns General Motors (GM) um die nächste Generation des Kompaktwagens Opel Astra lässt der Betriebsrat zu Beginn der heißen Phase die Muskeln spielen. „Die Frist für eine schriftliche Bewerbung der fünf betroffenen GM-Werke läuft am 1. September ab, doch ich glaube kaum, dass diese Deadline eingehalten wird“, sagte der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa, Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, dem Handelsblatt. Die Kommunikationschefin von GM in Europa, Julie Hamp, wollte dazu am gestrigen Mittwoch nicht Stellung nehmen.

„Wir haben uns darauf geeinigt, dass keiner etwas vorlegt, bevor wir nicht Zusagen für einen neuen europäischen Rahmenvertrag über 2010 hinaus bekommen“ sagte Franz. Damit gerät der Zeitplan für die neuen Astra-Werke in Verzug. Die Entscheidung, wo der neue Astra ab 2009 produziert wird, sollte bislang bis zum Frühjahr 2007 fallen und könnte zur Schließung eines der drei heutigen Astra-Werke führen. Nach internen Szenarien ist vor allem das belgische GM-Werk Antwerpen bedroht.

Das GM-Management strebt im Rahmen des Auswahlprozesses neben unbezahlter Arbeitszeitverlängerung die Auslagerung von Produktionsteilen an Dritte an. Nur die weiter verschlankten europäischen Opel-Werke hätten demnach eine Chance, den Produktionsauftrag für den Nachfolger des Astra zu erhalten. Franz will die Auslagerung jedoch noch mit einem ungewöhnlichen Vorstoß verhindern. „Wir verhandeln bereits mit dem Management über den Aufbau eines Komponentenwerks in Rüsselsheim zu neuen Konditionen“, sagte er. Die Mitarbeiter dort könnten Ganzjahreszeitkonten erhalten und beim Tarifgehalt unter den bisherigen Opel-Löhnen liegen. Die Einigung über ein Komponentenwerk in Rüsselsheim, wo der Vectra gefertigt wird, könnte auch Vorbildcharakter für die Astra-Werke haben, die um ihren Bestand bangen müssen.

GM-Manager hatten in den vergangenen Monaten mehrfach darauf hingewiesen, dass GM rechnerisch in Europa ein Astra-Werk zu viel habe. Neben den Astra-Werken Bochum, Antwerpen und dem britischen Ellesmere Port bewerben sich auch das Werk im polnischen Gleiwitz und das schwedische Saab-Stammwerk Trollhättan um den wichtigsten Fertigungsauftrag von GM in Europa. Die Kompaktklasse – der Opel-Astra und der Zafira – ist mit einem Produktionsvolumen von jährlich bis zu 850 000 Stück das wichtigste Segment des Autobauers – sowohl für das Management als auch für die Arbeitnehmer geht es um viel.

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