Generika-Firma
Finanzinvestoren wollen Acino kaufen

Die Pharmafirma Acino hat sich verschuldet und die Dividende gestrichen. Jetzt bringen zwei Finanzinvestoren frisches Kapital: Sie wollen das Unternehmen kaufen - und dann von der Börse nehmen.
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ZürichDer Generika-Hersteller Acino bekommt neue Eigentümer. Die Finanzinvestoren Avista Capital Partners und Nordic Capital wollen die Schweizer Pharmafirma für 398 Millionen Franken (325 Millionen Euro) kaufen und danach von der Börse nehmen. „Die Idee ist, Acino mit einer langfristigen Perspektive zu behalten und zu entwickeln“, erklärte ein Sprecher der beiden Gesellschaften am Mittwoch.

Der Verwaltungsrat von Acino unterstützt die Übernahmeoffert. „Es wäre zumindest schwierig gewesen, an die für das Wachstum und den Ausbau benötigten Mittel zu kommen“, sagte Verwaltungsratspräsident Luzi von Bidder.

Avista und Nordic bieten den Acino-Aktionären 115 Franken je Aktie an, entsprechend 33 Prozent Aufpreis auf den Schlusskurs vom Dienstag. Als Käufer tritt Pharma Strategy Partners, eine Tochterfirma von Avista und Nordic, auf. Die Transaktion kommt zustande, wenn zwei Drittel der Acino-Aktien angedient werden.

An der Schweizer Börse schossen die Acino-Titel um 31 Prozent auf 113,50 Franken nach oben. Avista und Nordic haben bereits Erfahrung im Pharmasektor. Sie waren jahrelang am Schweizer Arzneimittelhersteller Nycomed beteiligt, bevor dieser 2011 für 9,6 Milliarden Euro an den japanischen Konkurrenten Takeda verkauft wurde.

Acino kämpft mit Produktverzögerungen und hat im Juli die Jahresprognose gesenkt. Für Zukäufe hat sich das Unternehmen verschuldet und deswegen zuletzt die Dividende gestrichen. Die Schaffung von genehmigtem Kapital lehnten die Aktionäre im April ab. Zum Portfolio von Acino gehört der Blutverdünner Clopidogrel, eine Kopie des Milliarden-Medikaments Plavix des französischen Konzerns Sanofi-Aventis. Das Wirkstoffpflaster Rivastigmin zur Behandlung von Alzheimer-Symptomen und ein mit Bayer zusammen entwickeltes Verhütungspflaster kämpfen mit Verzögerungen. Mit einem Jahresumsatz von 257 Millionen Euro gehört Acino in der Generika-Branche zu den Kleinen. Marktführer sind die israelische Teva und die Novartis-Tochter Sandoz.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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