Generika-Gefahr für Thrombosemittel dennoch gering
Sanofi-Aventis verliert wichtigen Patentstreit

Im Kampf um das Patent für sein umsatzstarkes Thrombosemittel Lovenox hat der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat eine Niederlage erlitten.

shf FRANKFURT. Ein amerikanisches Bezirksgericht in Kalifornien wies in der vergangenen Woche die Klage des Pharmariesen gegen die Generikafirmen Teva und Amphastar ab, die eine Nachahmer-Version des Medikaments auf den Markt bringen wollen. Allerdings gilt es vorerst noch als sehr fraglich, ob damit für die Generikafirmen bereits der Weg frei sein wird. Denn bislang haben die Teva und Amphastar noch keine Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA für ihre Lovenox-Kopie. Denn das Genehmigungsverfahren war für die Dauer des Prozesses unterbrochen. Zudem will Sanofi-Aventis Berufung vor einem US-Bundesgericht gegen die Entscheidung einlegen.

Der Fall Lovenox ist einer von mehreren prominenten Patent-Streitfällen in der Pharmabranche, bei denen relativ viel auf dem Spiel steht. Mit rund 1,9 Mrd. Euro Umsatz im vergangenen Jahr, davon 1,1 Mrd. Euro in den USA, ist Lovenox das zweitwichtigste Produkt von Sanofi-Aventis. Preiswerte Nachahmer-Produkte könnten die Perspektiven des französischen Konzerns im US-Geschäft deutlich schwächen.

Die Börse zeigte sich am Freitag relativ unbeeindruckt von dem Urteil und trieb den Kurs der Sanofi-Aventis-Aktie sogar leicht nach oben. Dabei gab es durchaus auch skeptische Stimmen aus dem Analystenlager. Morgan Stanley etwa sprach von einem realen Risiko, dass Teva und Amphastar im kommenden Jahr tatsächlich eine Zulassung erhalten könnten. In diesem Fall werde sich der Lovenox-Umsatz in den USA bis 2009 halbieren.

Andere Beobachter dagegen sehen Sanofi-Aventis nach wie vor in einer relativ ungefährdeten Position. Experten der Deutschen Bank etwa betrachten die Wahrscheinlichkeit für eine Zulassung von Konkurrenzprodukten nach wie vor „sehr gering“.

Als sehr schwierige Hürde für die Generikafirmen gilt vor allem die Tatsache, dass die Produktion von Lovenox sehr kompliziert ist. Das Medikament wird durch chemische Veränderungen aus tierischem Ausgangsmaterial gewonnen und besteht aus einer Mischung mehrerer biologischer Substanzen. Nachahmern dürfte es daher nicht leicht fallen, den Nachweis zu erbringen, dass ihre Versionen tatsächlich die gleiche Wirkung zeigen wie das Original.

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