Generika-Hersteller
Ratiopharm macht sich für Verkauf hübsch

2009 war für Ratiopharm ein abwechslungsreiches und durchaus schwieriges Jahr. Nun am Jahresende sieht sich der Generika-Hersteller aber auf bestem Wege, sich für den anstehenden Verkauf ausreichend aufgehübscht zu haben. Sprich: die aktuellen Zahlen stimmen.
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HB FRANKFURT. Mitten im Verkaufsprozess will der Arzneimittelhersteller Ratiopharm mit starken Geschäftszahlen bei den Interessenten glänzen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte 2009 mit rund 300 Mio. Euro etwa ein Fünftel über den eigenen Planungen liegen. „Wir haben es geschafft, unsere Planungen deutlich zu übertreffen, obwohl wir innerhalb der Ratiopharm Gruppe umfassende Umstrukturierungen vorgenommen haben“, erklärte Firmenchef Oliver Windholz am Dienstag. In einem von Preisdruck geprägten Markt wird das operative Ergebnis damit Windholz zufolge 2009 das Vorjahresniveau erreichen. Auch der Umsatz dürfte wie vorgesehen mit 1,6 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Vor allem das Auslandsgeschäft habe Umsatz und Ergebnis angekurbelt.

Bei dem aktuellen Rabatttender der AOK ist Ratiopharm nach eigenen Angaben voraussichtlich mit 35 Wirkstoffen zum Zuge gekommen. Die neuen Verträge mit den AOK-Krankenkassen sollen am 1. April 2010 in Kraft treten und zwei Jahre gelten. Mit dem Ergebnis sieht Windholz Ratiopharm gut positioniert, um die Marktstellung in Deutschland 2010 deutlich auszubauen. Die Entwicklung des Generikageschäfts in Deutschland ist inzwischen maßgeblich von den Rabattverträgen der Hersteller mit den Kassen abhängig. Im Zuge der Gesundheitsreform dürfen Apotheker einem Patienten auf Rezept nur Medikamente von Herstellern aushändigen, die mit seiner Krankenkasse einen Preisnachlass ausgehandelt haben.

Ratiopharm ist Deutschlands zweitgrößter Generikahersteller nach der zum Schweizer Novartis-Konzern gehörenden Hexal. Der schwäbische Unternehmer Ludwig Merckle muss sich von dem Ulmer Unternehmen trennen, um die Schuldenlast seines Firmenimperiums abzubauen. Ratiopharm erzielt derzeit rund die Hälfte seiner Umsätze in Deutschland. Im Februar werden Kreisen zufolge verbindliche Kauf-Angebote für das Unternehmen erwartet, der Gewinner könnte bereits im ersten Quartal feststehen.

Kreisen zufolge spricht inzwischen alles für einen Verkauf von Ratiopharm an ein Unternehmen aus der Branche, da inzwischen fast alle Beteiligungsgesellschaften ausgeschieden sind. Für viele Private-Equity-Häuser sei der angepeilte Preis von mindestens 2,3 Mrd. Euro zu hoch gewesen, hatten Insider gesagt. Zu den strategischen Bietern wurden zuletzt der US-Konzern Pfizer, der französische Pharmariese Sanofi-Aventis sowie die Hersteller von Nachahmermedikamenten Actavis, Teva, Mylan und Watson Pharmaceuticals sowie ein Arzneimittelhersteller aus China gezählt. Bei den Finanzinvestoren sei nur noch die schwedische EQT dabei, die sich mit Actavis zusammengetan habe. Offizielle Kommentare der Beteiligten liegen nicht vor.

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