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24.01.2007 
Pharmabranche

Generika stärken die Bilanz

von Oliver Stock

Die bisher gut verdienende Pharma-Branche gerät unter den Druck von Nachahmer-Präparaten. Die Hersteller der so genannten Generika gewinnen zunehmend Marktanteile und bringen die Preise ins Rutschen. Die Konkurrenz bekommen die Hersteller von Originalpräparaten an ihren Bilanzen zu spüren.

ZUG. In der Schweiz, jenem Land das im Verhältnis zu seiner Größe weltweit die meisten Pharma- und Generikahersteller aufweist, ist wegen der Konkurrenz der billigen Nachahmerprodukte der durchschnittliche Preis eines Originalpräparats im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gesunken.

Dies hat nach Berechnungen der Schweizer Pharmaverbände, die jetzt vorgelegt wurden, in der Schweiz genauso wie in Deutschland und Großbritannien dazu geführt, dass das Wachstum des Arzneimittelmarktes mit einem Plus von 2,6 Prozent deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 6,4 Prozent geblieben ist.

Sichtbar wird die Konkurrenz der Generika in den Bilanzen der Hersteller von Originalpräparaten: Unter den neun größten Hersteller von Medikamenten, die ihre Produkte in der Schweiz anbieten, verzeichneten im vergangenen Jahr nur die Hersteller von Generika, nämlich Sandoz und Mepha, ein deutliches Plus beim Umsatz. Die Liste derjenigen, die beim Umsatz Rückgänge hinnehmen müssen, wird von Pfizer angeführt – das Unternehmen hat insbesondere unter dem Patentauslauf seines Herzkreislaufmittel Norvasc gelitten. Auch Novartis hätte ohne sein Tochterunternehmen Sandoz in der Schweiz und anderen entwickelten Märkten Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

„Das lässt sich als Kannibalisierung beschreiben. Wir sehen es aber als Ergänzung“, kommentierte der Geschäftsführer von Sandoz in der Schweiz, Stefan Prebil, am Dienstag bei der Vorlage der Jahreszahlen seines Unternehmensbereichs im schweizerischen Zug. Egal wie die Einschätzung ausfällt – deutlich wird, dass Novartis gleichzeitig auf der Gewinner- und Verliererseite dieser Entwicklung steht. Sandoz hat bislang sechs Produkte aus der Novartis-Palette übernommen, für die das Patent ausgelaufen war. Andere Unternehmen wie Roche verfügen über keinen Generika-Bereich. Sie sehen sich vor der Notwendigkeit, neue Medikamente zu entwickeln, die nicht so bald durch das Ablaufen der Patentrechte bedroht sind.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Erfahrungen der Schweizer sind nicht eins zu eins auf andere Märkte zu übertragen.

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