Der US-Konzern Mylan
etwa konnte dank der Übernahme der Generikasparte von Merck/Darmstadt
zwar seinen Umsatz im ersten Quartal 2008 verdoppeln. Ohne den Effekt wären die Erlöse von Mylan
indessen um fast ein Viertel gesunken. Der Börsenkurs des Konzerns hat sich seit dem Merck
-Deal fast halbiert. Barr Pharmaceuticals konnte den Umsatz zwar leicht steigern, verbuchte aber ebenso wie Mylan
einen Rückgang beim operativen Gewinn um rund ein Fünftel. In Europa zeigten sich Analysten relativ enttäuscht von Sandoz, der Generika-Tochter von Novartis, die nach einem relativ starken Jahr 2007 im ersten Quartal 2008 währungsbereinigt nur noch um zwei Prozent zulegte.
"Der Preisdruck in der Branche nimmt weiter zu und ist am schlimmsten bei Massenprodukten, die einfach herzustellen sind", urteilen Analysten von Nomura Code in ihrer jüngsten Sektor-Studie. In Europa tragen dazu unter anderem neue Rabattsysteme der Kassen bei, in den USA die Versuche indischer Anbieter, mit Niedrigstpreisen neue Marktanteile zu erobern. Manche Beobachter sprechen gar von einer katastrophalen Entwicklung auf dem US-Markt.
Hinzu kommt das Problem, dass vor allem in den USA die Erträge stark davon abhängen, ob man sich eine sechsmonatige Exklusivität für neue Generika sichern kann. Einen solchen Status garantiert der US-Gesetzgeber dem Hersteller, der als erster ein Nachahmerprodukt auf den Markt bringt oder das entsprechende Patent attackiert. Gelingt es nicht, auf diese Weise stetig in Front zu liegen, sind heftige Schwankungen programmiert. Die indische Gruppe Dr. Reddy's etwa verbuchte 2007 starke Einbußen in den USA, weil mehrere Exklusiv-Verträge ausgelaufen waren und keine neuen folgten.

