Generikafirma
Zentiva akzeptiert höhere Sanofi-Offerte

Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis ist mit der geplanten Übernahme des tschechischen Generikaherstellers Zentiva einen großen Schritt vorangekommen. Mit einer verbesserten Offerte, bei der Sanofi für das gesamte Unternehmen 1,8 Mrd. Euro zahlen würde, sicherte sich die weltweite Nummer Drei der Pharmabranche nun die Zustimmung des Zentiva-Managements.

rtr PARIS/PRAG. Sanofi-Aventis habe seine Offerte auf 1150 Kronen je Zentiva-Aktie von bislang 1050 Kronen je Papier aufgestockt, teilte der Pharmakonzern am Montag mit. Die bisherige Offerte hatte die Tschechen mit mehr als 1,6 Mrd. Euro bewertet. An der Prager-Börse kam die Nachricht gut an: Zentiva-Aktien legten 5,07 Prozent auf 1140 Kronen zu. Sanofi-Papiere büßten dagegen in Paris zwei Prozent auf 46,61 Euro ein.

Mit Zentiva würde Sanofi das Geschäft mit Nachahmermedikamenten (Generika) deutlich ausbauen, das die großen Arzneimittelhersteller bislang eher gemieden haben. Um einen Zugang zu den stark wachsenden Schwellenländern zu bekommen und dort expandieren zu können, spielen solche Präparate jedoch eine entscheidende Rolle. Zentiva ist mit seinen Generika vor allem in Osteuropa tätig. Tschechien, Rumänien und auch die Türkei gehören zu den größten Märkten.

Sanofi hält bereits 24,9 Prozent an Zentiva und ist damit größter Einzelaktionär. An Zentiva war auch die tschechische Investmentgesellschaft PPF interessiert. Sie hatte ihre Offerte von 950 Kronen je Aktie aber Ende Juli zurückgezogen. PPF kontrollierte zuletzt 19,2 Prozent der Zentiva-Anteile.

"Wir glauben, dass das verbesserte Angebot attraktiven Wert für die Aktionäre von Zentiva bietet, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Marktturbulenzen", erklärte Zentiva-Chef Jiri Michal, der nach einer Übernahme das Unternehmen weiter leiten soll. Die bisherige Sanofi-Offerte hatte das Zentiva-Management noch als zu niedrig zurückgewiesen. Michal kündigte außerdem an, er werde sein Aktienpaket im Umfang von 3,4 Prozent Sanofi andienen. Auch andere Mitglieder des Managements, die zusammen 2,3 Prozent halten, gäben ihre Aktien ab.

Zentiva zufolge bietet das verbesserte Sanofi-Angebot den Aktionären einen Aufschlag von 25,5 Prozent auf den Schlusskurs der Aktie von 916,6 Kronen am 30. April. Dies war der letzte Börsenhandelstag vor Bekanntwerden der PPF-Offerte. Das Sanofi-Angebot steht unter dem Vorbehalt, dass die Franzosen mindestens 50 Prozent der Anteile erlangen. Zudem müssen die Kartellbehörden grünes Licht geben. In Russland und in der Ukraine hatten sie bereits zugestimmt.

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