Generikahersteller
Konkurrenz setzt Ratiopharm-Mutter Teva zu

Der Gewinn des weltgrößten Generikahersteller s Teva stagniert bei 1,1 Milliarden Dollar. Den Umsatz baut der Konzern zwar um zwei Prozent aus, die Aktie büßt aber 1,2 Prozent ein. Grund ist die stärkere Konkurrenz.
  • 0

Tel AvivDer weltgrößte Generikahersteller Teva tritt wegen der härteren Konkurrenz für sein Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone beim Gewinn auf der Stelle. Der Gewinn bei Israels größtem Unternehmen stagnierte im dritten Quartal bei 1,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg indes den Angaben vom Donnerstag zufolge um zwei Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Der Konzern steckt mitten im Umbau, bei dem weltweit 5000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Differenzen über die künftige Strategie zwischen Aufsichtsrat und Konzernspitze hatten am Mittwoch zum überraschenden Abgang von Vorstandschef Jeremy Levin geführt. Einem Medienbericht zufolge gab es Streit darüber, wie der geplante Stellenabbau auf dem israelischen Heimatmarkt umgesetzt werden soll. An der Börse verloren Teva-Aktien rund 1,2 Prozent.

Der Mutterkonzern des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm steigerte im dritten Quartal mit seinem Top-Medikament Copaxone die Umsätze lediglich um ein Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar. Copaxone muss gespritzt werden. Mittlerweile sind aber Konkurrenz-Präparate gegen Multiple Sklerose auf dem Markt, die als Tablette genommen werden können. Im wichtigen US-Markt setzte der Konzern im Quartal 2,7 Milliarden Dollar um - ein Plus von vier Prozent. Teva profitierte unter anderem davon, dass das Unternehmen vier neue Nachahmer-Medikamente auf den Markt brachte. Pro Aktie verdiente der Konzern - Sonderfaktoren herausgerechnet - mit 1,27 Dollar im Quartal ein Cent mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

Der Konzern war durch mehrere Milliardenübernahmen - darunter Ratiopharm - in den vergangenen Jahren zum Weltmarktführer im Geschäft mit Nachahmerpräparaten aufgestiegen. Doch die Zeiten werden für Teva härter. Spätestens 2015 verliert Copaxone den Patentschutz in den USA. Das Mittel ist das wichtigste Originalpräparat des Konzerns und erwirtschaftet rund 50 Prozent des Gewinns und 20 Prozent des Umsatzes.

Nach dem Abgang von Levin soll nun Finanzchef Eyal Desheh die Firma lenken, bis ein Nachfolger gefunden ist. Obgleich Teva mitgeteilt hatte, dass Levin seinen Posten niedergelegt habe, sagte der Manager dem Fernsehsender Channel 10, er habe nicht gehen wollen. Als Nachfolger von Levin wird in den Medien Erez Vigodman gehandelt, Chef der israelischen MA Industries. Das Unternehmen ist der weltgrößte Hersteller von Pflanzenschutz-Generika.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Generikahersteller: Konkurrenz setzt Ratiopharm-Mutter Teva zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%