Generikahersteller
Stada ist Gewinner der AOK-Ausschreibung

Der Generikahersteller Stada Arzneimittel AG hat bei der jüngsten Ausschreibung der AOK für Arzneimittelrabatte den Zuschlag für mehrere Wirkstoffe erhalten. Stada habe "ein starkes Ergebnis erreicht", teilte der weltweit fünftgrößte Hersteller von Nachahmermedikamenten mit. Der Aktienkurs legt deutlich zu.

HB BAD VILBEL. Stada rechnet bei der aktuellen Rabattrunde der AOK nach dem vorläufigen Ergebnis mit 40 neuen Rabattverträgen für insgesamt elf Wirkstoffe. Von dem bisher von der AOK für eine Zusage insgesamt vorgesehenen Jahresumsatzpotenzial von circa 902 Mio. Euro sollen Stada-Vertriebsgesellschaften damit Zuschläge in Höhe von circa 159 Mio. Euro erhalten. Stada könnte danach mit Zuschlägen rechnen, die insgesamt circa 18 Prozent des bisher für die Vergabe vorgesehenen Jahresumsatzpotenzials ausmachten.

Stada erwartet bei Abschluss der Rabattverträge sehr deutliche Absatz- und Umsatzsteigerungen, allerdings mit reduzierten Margen. Wie andere Konkurrenten in der Branche rechnet der Bad Vilbeler Generikakonzern mit Rechtsstreitigkeiten über die Vergabepraxis der AOK. Der Konzern behält sich eigene rechtliche Schritte vor. Der Startschuss am 1. März 2009, zu dem die neuen Rabattverträge für die Jahre 2009 und 2010 in Kraft treten sollen, ist nach Aussage des Geschäftsführers von Pro Generika, Peter Schmidt, wegen bevorstehender Klagen nicht zu halten.

2008 geht Deutschlands drittgrößter Generikahersteller nach früheren Aussagen von einem deutlichen Umsatzzuwachs aus - wobei weiterhin unsicher sei, ob die Wachstumsrate prozentual zweistellig ausfallen werde. 2009 erwartet Finanzvorstand Wolfgang Jeblonski nach Aussagen von Mitte November eine Umsatz- und Ertragssteigerung in einer Bandbreite von fünf bis fünfzehn Prozent. In den ersten neun Monaten 2008 wies Stada im Kerngeschäft mit Generika einen Umsatzanstieg von vier Prozent auf 854,2 Mio. Euro aus. Das operative Ergebnis der Sparte sank dagegen auf um 23 Prozent 118,3 Mio. Euro.

Deutschland ist nach den USA und vor Frankreich und Großbritannien der größte Markt für Nachahmerpillen (2007: 4,47 Mrd Euro). In der Branche wird damit gerechnet, dass zwischen 2009 und 2013 alleine hierzulande Medikamente mit einem Umsatz von 4,3 Mrd. Euro ihren Patentschutz verlieren. An der europaweiten Ausschreibung der AOK hatten sich 68 Anbieter beteiligt und Gebote für 64 Wirkstoffe abgegeben. Das Umsatzvolumen der ausgeschriebenen Wirkstoffe lag 2007 bei 2,3 Mrd. Euro.

Die Aktie konnte nach Bekanntgabe der AOK-Ausschreibungen deutlich zugelegt. Bis zum Nachmittag kletterten die Titel des Arzneimittelherstellers um rund vier Prozent und damit an die MDax-Spitze.

Analyst Sebastian Frericks vom Bankhaus Metzler bewertete die Nachricht positiv. "Die Ergebnisse aus der Ausschreibung waren ganz gut, die Zuteilung für Stada liegt leicht über ihrem Marktanteil in Deutschland", sagte der Experte. Dadurch werde sich der Marktanteil wahrscheinlich erhöhen. Ob Stada dadurch möglicherweise Margeneinbußen hinnehmen müsse, sei noch nicht zu beziffern.

Auch Analyst Ulrich Huwald von M.M. Warburg zeigte sich positiv überrascht. "Es wurde ja sogar befürchtet, dass Stada schlechter abschneiden könnte. Die nun doch zahlreichen Zuteilungen sind damit klar positiv", sagte Huwald. Gerade mit Blick auf den Marktanteil habe Stadaeinen klaren Sieg errungen. Wie sich nun die längerfristige Entwicklung darstelle, müsse abgewartet werden, da die unterlegenen Konkurrenten sicherlich gegen die Entscheidung der AOK klagen werden. Huwald hält aber an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 31 Euro fest.

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