Generikahersteller
Stada setzt auf Wachstum in Russland

Stada will in den nächsten Jahren in Osteuropa wachsen. Russland steht dabei im Fokus. 2015 soll das Land der größte Markt des Generikaherstellers sein. Zwei Produktionsstandorte dort sollen aber geschlossen werden.
  • 0

Bad VilbelDer drittgrößte deutsche Generikaanbieter Stada will in den nächsten Jahren stark in Osteuropa wachsen. Insbesondere in Russland, wo das Unternehmen bereits der zweitgrößte Anbieter nach dem lokalen Marktführer Pharmastandard ist, sieht der Stada-Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff noch viel Potenzial für das Unternehmen.

„Russland wird voraussichtlich schon 2015 der größte Markt für uns sein“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Derzeit macht Stada noch den größten Teil seines Geschäfts in Deutschland, wo 28 Prozent des Gesamtumsatzes von zuletzt 1,7 Milliarden Euro erzielt werden. Allerdings ist der Anteil des deutschen Geschäfts in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken.

Russland ist mit 280 Millionen Euro Umsatz und 16 Prozent Anteil bereits der zweitwichtigste Markt für den Konzern aus dem hessischen Bad Vilbel. Stada war 2004 in den russischen Markt eingestiegen und hatte dort 2005 die russische Firma Nizhpharm übernommen sowie 2007 die Pharmagruppe Makiz. Nach den Prognosen der Marktforscher von IMS Health wird der Markt auch in den nächsten Jahren jährlich zweistellig zulegen.

Stada macht dabei mehr als 88 Prozent seines Umsatzes in Russland mit Selbstzahlern und ist von staatlichen Programmen zur Kostenerstattung von Arzneimitteln weitgehend unabhängig. Neue Markenprodukte wie Nahrungsergänzungsmittel und ein Gynäkologieprodukt, deren Markenrechte Stada im ersten Quartal dieses Jahres erworben hat, sollen dazu beitragen, dass der deutsche Generikahersteller in Russland auch künftig über dem Konzerndurchschnitt verdient. Die operative Marge des gesamten Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 15 Prozent des Umsatzes, wobei Sondereffekte aus dem laufenden Effizienzprogramm nicht eingerechnet sind.

Große Hoffnungen setzt Retzlaff, der Stada seit nunmehr 18 Jahren führt, zudem auf das kürzlich von Arzneimittelhersteller Grünenthal erworbene Portfolio verschiedener Medikamente mit einem Schwerpunkt auf Schmerzmittel. Die Mittel stehen zusammen für einen Produktumsatz von rund 100 Millionen Euro, den Stada durch die weitere Verbreitung in Mittel- und Osteuropa und dem Mittleren Osten will.

Kommentare zu " Generikahersteller: Stada setzt auf Wachstum in Russland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%