Generikahersteller
Stada steigert Umsatz und Ergebnis wie erwartet

Das Geschäft mit Medikamenten ist krisenresistent. Die heutigen Quartalszahlen von Stada belegen diese Binsenweisheit. Der Generikahersteller hat im dritten Quartal operativ mehr verdient als ein Jahr zuvor.
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HB BAD VILBEL. Der einst von Rekord zu Rekord eilende Arzneimittel-Hersteller Stada hat in seinem Kerngeschäft Generika weiter mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen. Die bereits seit Jahresbeginn in Aussicht gestellte Geschäftsbelebung für das zweite Halbjahr 2009 sei in den Zahlen zum dritten Quartal jedoch klar erkennbar, sagte Konzernchef Hartmut Retzlaff bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag.

Im dritten Quartal ist der Umsatz wegen der schwierigen Rahmenbedingungen in einzelnen nationalen Märkten um sechs Prozent gefallen, während der Konzerngewinn auch wegen Kosteneinsparungen und geringerer Finanzierungskosten um 40 Prozent auf 23,2 Mio. Euro stieg. Im Auftaktquartal 2009 war der Überschuss noch um 20 Prozent eingebrochen. Auf operativer Basis wies Stada im dritten Quartal eine Ergebnissteigerung von acht Prozent aus.

Die Stada-Aktie reagierte am Morgen mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Kurz vor Mittag notierte das Papier in einem knapp behaupteten Gesamtmakrt mit rund 1,50 Prozent im Plus. Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff zeigte sich zwar leicht enttäuscht vom Umsatz, lobte aber die Margen.

Allerdings werde Stada auch mit der für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwarteten Umsatzsteigerung 2009 insgesamt das Umsatzrekordniveau des Vorjahres voraussichtlich nicht mehr erreichen. Retzlaff bestätigte den Ausblick für 2009. Er erwartet einen Rückgang beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf mindestens 250 Mio. Euro. Im Vorjahr verdienten sie noch 294,3 Mio. Euro.

Stada ist in den vergangenen Jahren verstärkt durch Übernahmen in Serbien und Russland gewachsen und will nun Komplexität und Kosten reduzieren. Mit dem zum Halbjahr eingeleiteten Projekt „Stada - build the Future“ zielt das Management auf zusätzliche Ertragsbeiträge im zweistelligen Millionenbereich ab 2010, wie Stada am Donnerstag bekräftigte.

Ein weiteres zentrales Thema ist der Schuldenabbau: Ende September konnte Stada die Nettoverschuldung leicht auf 1,004 Mrd. Euro senken. Von 2010 an sollen bereits zusätzliche Ergebnisbeiträge im zweistelligen Millionenbereich erzielt werden. Beim Abbau der Verschuldung sei der Konzern vorangekommen. Bei einem rückläufigen Konzernumsatz wies der deutsche Branchendritte unter dem Strich in den ersten neun Monaten einen Gewinnrückgang um zehn Prozent auf 71,5 Mio. Euro aus.

Angesichts der „sehr schwierigen Rahmenbedingungen in einzelnen nationalen Märkten“ ging der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten um acht Prozent auf 1,138 Mrd. Euro zurück. In dem von anhaltendem Preis- und Margendruck gekennzeichneten Geschäft mit Nachahmermedikamenten (Generika), das in den ersten neun Monaten 72 Prozent zum Konzernumsatz beitrug, wies Stada in Deutschland einen Umsatzrückgang um acht Prozent auf 318,4 Mio. Euro aus. Im zweitwichtigsten Markt Russland konnte Stada nach eigenen Angaben trotz der konjunkturellen Herausforderungen eine Umsatzsteigerung von 17 Prozent verbuchen. Auf dem Heimatmarkt Deutschland stand in den ersten neun Monaten ein Umsatzminus von sechs Prozent in der Bilanz. Das operative Ergebnis auf Konzernebene sank in den ersten neun Monaten um 14 Prozent auf 129,1 Mio. Euro.

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