Generikamarkt
Der Wettbewerb im Pharmamarkt wird schärfer

Massive Sparbemühungen im Gesundheitswesen haben dazu geführt, dass viele Generika-Hersteller nicht mehr kostendeckend produzieren können. Acino-Chef Peter Burema prognostiziert eine weitere Konsolidierung der Branche.
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ZürichDer zunehmende Preisdruck bei Generika dürfte nach Ansicht von Acino-Chef Peter Burema die Konsolidierung in der Branche weiter vorantreiben. Die großen Generika-Hersteller wie die israelische Teva , die US-Firma Mylan oder die Novartis-Tochter Sandoz würden in Zukunft noch größer, sagte Burema in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Die billigeren Nachahmerpräparate haben den etablierten Medikamenten wegen des zunehmenden Kostenbewusstseins von Ärzten und Patienten große Marktanteile abjagen können. Mittlerweile seien die Sparbemühungen im Gesundheitswesen aber an einem Punkt angelangt, wo selbst viele Generika-Hersteller nicht mehr kostendeckend produzieren könnten, sagte Burema.

In der Folge würden in Deutschland, ähnlich wie in den USA, mehr und mehr bewährte Nachahmerpräparate aus den Regalen der Apotheken verschwinden. „Die Leute sagen sich, ich bin doch nicht blöd, ich will doch mein Produkt nicht umsonst weggeben oder Verluste schreiben“, sagte Burema. Der Hersteller eines weit verbreiteten Cholesterin-Senkers habe beispielsweise an einer Jahresdosis des Medikaments pro Patient zuletzt weniger verdient als ein Cappuccino bei Starbucks koste, sagte der Accino-Chef.

Nach Einschätzung von Burema haben die Firmen nur die Wahl, mittels Wachstum kritische Masse aufzubauen oder sich auf Nischenbereiche zu konzentrieren. Auch Acino wolle sich an der derzeitigen Marktbereinigung beteiligen: Für Übernahmen beziehungsweise Einlizensierungen von Produkten stünden bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung, sagte der Konzernchef.

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