Genfer Autosalon: Ausländer stehlen Deutschen bei E-Autos die Show

Genfer Autosalon
Ausländer stehlen Deutschen bei E-Autos die Show

In Genf geht das Rennen ums Elektroauto in die entscheidende Kurve. Die ersten verkaufsfertigen Autos stehen in den Hallen. Und ausgerechnet ausländische Hersteller kaufen den deutschen Premium-Autobauern den Schneid ab.
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GenfDas Elektroauto ist da – zumindest in Genf. Auf fast allen Ständen auf dem Auto-Salon stehen Autos mit alternativen Antrieben. Der große Unterschied zu anderen Automessen: Dieses Mal sind nicht nur schicke Studien, sondern reale Autos zu sehen, die tatsächlich jetzt oder in nur wenigen Monaten zu kaufen sein werden. Für die deutschen Hersteller sind das keine guten Nachrichten. Dass den Elektroautos die Zukunft gehört, bestreiten auch die deutschen Autobauer nach langer Skepsis nicht mehr. Schade nur, dass es nicht die Deutschen sind, denen die Elektro-Bühne in Genf gehört. 

Ausländische Anbieter sind VW, Daimler und BMW enteilt. Ausgerechnet der gestürzte Riese General Motors (GM) verkauft in den USA bereits das Elektroauto Chevrolet Volt, das nur zur Reichweitenverlängerung noch einen zusätzlichen Verbrennungsmotor hat. Und während VW und Co. mit schicken Studien wie etwa einer elektrischen Neuauflage des Bullis als Großraumlimousine Punkte sammeln will, steht in Genf ein echter Volt. In diesem Jahr soll er Europa erobern und 2012 nach den Plänen des Konzerns bereits 120.000-mal von den Bändern laufen.

Im Herbst kommt der Volt dann auch noch als weitgehend identischer Ampera mit Opel-Logo auf den Markt, mit 42.900 Euro wird er knapp 1.000 Euro teurer sein als der Chevrolet Volt. Ob es sinnvoll ist, die beiden nahezu identischen Autos unter zwei Marken zu verkaufen, darüber wurde in Genf viel gerätselt, die Antwort kennt vermutlich nur Detroit – oder die Autokäufer geben sie.

Und noch ein Großer aus Amerika geht in die Offensive: Ford. Nach dem elektrifizierten Transporter Transit rollt das Unternehmen mit der blauen Pflaume als Logo eine ganze Reihe von produktionsnahen Elektro- und Hybrid-Mobilen in Genf vor. Noch in diesem Jahr kommt der wichtige Focus Electric in den USA, 2012 in Deutschland auf dem Markt. Aber damit begnügt sich Ford nicht. „Wir elektrifizieren unsere komplette Kompakt-Plattform“, sagt Entwicklungschef Derek Kuzak im Gespräch mit Handelsblatt Online und meint damit die Basis des Focus und aller Derivate, die darauf basieren. Im kommenden Jahr will Ford drei Versionen mit auch an der Steckdose aufladbaren Hybrid-Antrieben („Plug-in Hybrid“) bringen, unter anderem als Focus C-Max Energy, der mit einer Tankfüllung 800 Kilometer weit kommen soll.

Ford wolle potenziellen Kunden eine Auswahl und einen realistischen Preis anbieten. „Wir treiben alle drei Formen voran, um das erschwinglich zu machen“, sagt Kuzak: Hybrid, Plug-in und reiner Elektroantrieb. Denn je schneller der Konzern nennenswerte Volumen herstellen kann, desto billiger wird die Produktion. Dabei hilft auch die Strategie, dass Ford weltweit weitgehend identische Modelle verkauft.  Bei Hybridantrieben sieht Ford sich bereits als Volumenhersteller, ist dort nach Toyota die Nummer zwei auf dem US-Markt. „Mit Hybridantrieben sind wir schon profitabel, bei Plug-in dauert es noch“, sagt Kuzak. Für beide Antriebe nutzt Ford fast identische Komponenten, um auch hier die Stückzahlen zu erhöhen und so die Kosten zu senken.

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  • "...die Antwort kennt vermutlich nur Detroit..."
    Nee, ich kann auch antworten: GM will made in USA verkaufen.
    Aber das E-Mobil der Zukunft sieht so aus:

    Kommentar zu E-Quickie
    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Wer soll das bezahlen, wie lange halten die Akkus, wie weit kann man fahren auch im Winter, fragen über fragen aber noch keine verbindliche Antwort

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