Genfer Autosalon: Warum weniger Verkäufe Toyota nur ein Schulterzucken entlocken

Genfer Autosalon
Warum weniger Verkäufe Toyota nur ein Schulterzucken entlocken

Wolfsburg will die Weltmarktführerschaft, Toyota hat sie schon. Nun arbeiten die Japaner daran, die Seele des europäischen Autokäufers wieder stärker zu erreichen. Selbst in Russland will man schwarze Zahlen schreiben.
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GenfDer Weltmarktführer braucht keine große Show. Während der schärfste Konkurrent Volkswagen traditionell vor dem Genfer Autosalon mächtig trommelt, und dabei offensiv die Weltspitze ins Visier nimmt, bleiben die Japaner ganz zurückhaltend. Sie können es sich leisten. Mit weltweit 10,23 Millionen abgesetzten Fahrzeugen im vergangenen Jahr verkaufen sie mehr Autos als der VW-Konzern, der auf 10,14 Millionen kam und verteidigten so hauchdünn die Position als weltweite Nummer eins.

Als erster Autokonzern überhaupt haben sie mehr als 10 Millionen Autos verkauft – selbst wenn man die schweren Nutzfahrzeuge herausrechnet. Und bei der Rendite können sich die Japaner sogar mit BMW messen. Mit der Hälfte der Belegschaft sind sie sogar doppelt so rentabel wie der Konkurrent aus Wolfsburg. Und fragt man Toyota, ob es wichtig ist, dass der Titel wohl dieses Jahr nach Wolfsburg wechselt, erntet man kaum mehr als ein Schulterzucken.

„Wir werden nichts opfern, um die Nummer Eins beim Absatz zu werden“, sagt Toyota-Manager Didier Leroy. Seit 2009 leitet er das Europageschäft der Japaner. Und obwohl er deutlich weniger Autos verkauft als bei seinem Amtsantritt, sehen die Ertragszahlen von Jahr zu Jahr besser aus – trotz negativer Effekte durch den Wechselkurs.

Selbst im russischen Markt, den die Japaner zum Europageschäft zählen, gibt Leroy ambitionierte Ziele aus. Toyota wolle den Marktanteil halten und auch in Russland weiter Gewinne schreiben, obwohl der Markt um 28 Prozent einbrechen soll. Bei einigen Konkurrenten geht es im Markt eher um Schadensbegrenzung.

Während andere Hersteller im russischen Markt zweistellige Einbußen in Kauf nehmen mussten, haben die Japaner sogar noch um fünf Prozent zugelegt. „Wir machen nicht das, was alle anderen machen“, sagt Leroy. Er hält an seinem Plan fest, die Neuauflage des Geländewagens RAV4, der 2016 auf den Markt kommen soll, in St. Petersburg zu bauen.

Bisher können die Japaner die russischen Turbulenzen offenbar leichter verdauen als die Konkurrenz. Allzu lang sollte der Markt allerdings nicht schwächeln, damit die Strategie der Japaner aufgeht.

Denn bisher bleibt Europa immer noch die Achillesferse des Konzerns. Während die Japaner in Asien und den USA unter den drei größten Herstellern rangieren, laufen sie in Westeuropa unter ferner Liefen. Mit rund 560.000 verkauften Fahrzeugen und einem Marktanteil von 4,2 Prozent landen die Japaner in einem der wichtigsten Automärkte der Welt gerade einmal auf Platz 10 - sogar hinter dem koreanischen Duo Hyundai-Kia.

In Zentraleuropa büßt Toyota sogar Marktanteile ein: Laut den jüngsten Jahreszahlen des Branchenverbandes Acea wuchs die Kernmarke in der EU wuchs gerade einmal um 1,7 Prozent –  und damit deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.

Darum arbeiten die Japaner daran, die Seele des europäischen Autokäufers wieder stärker zu erreichen.  Das lässt sich auch an den Premieren ablesen, die Toyota in Genf präsentiert. Das Design für den neuen Avensis stammt aus dem französischen Designstudio ED2, entwickelt wurde der Mittelklassewagen im belgischen Forschungszentrum. Besonders im Innenraum haben die Japaner nachgearbeitet, um dem europäischen Anspruch besser gerecht zu werden.

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  • Das VW nicht in die "Pötte" kommt ist doch kein Wunder. Mein Auto VW Passat ist ab 9.3.2012 schon jetzt das 3. Mal in der Werkstatt wegen Verschmutzungen des Abgasrückführungssystems. (Auto VW Passat Typ 3 C5092) Bisher sind Raparaturen von weit mehr als 2000,-Euro angefallen. Die Kosten wurden auf Kulanz übernommen. Im Februar dieses Jahres war es wieder soweit. (3x ausgelesener Fehler der Abgasrückführung) Eine Garantie oder Gewährleistung wurde von der Kundenbetreuung jetzt abgelehnt, obwohl die letztge Rechnung/Reparatur vom 21.11.2013 datiert. Die VW Kundenbetreuung schrieb mir am 17.02.2015, daß sie gern die Möglichkeit einer Kostenbeteiligung überprüfen möchte. Einen neues Auto der Marke VW (und die Fahrzeuge sind nicht preisgünstig) werde ich mir jedenfalls nicht mehr zulegen.
    Wenn VW so handelt werden Sie Führerschaft auf dem Weltmarkt nicht erreichen.. Im übrigen die die Qualität der Toyota-Fahrzeuge überraschend gut. Toyota verkauft nicht umsonst viele Faharzeuge auf der ganzen Welt in hervorragender Qualität. VW kann es sich offensichtlich bei so gutem Chinageschäft leisten mit den Kunden so umzugehen.

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