Gentechnik
BASF will Gen-Kartoffeln für Versuche anbauen

Das Chemieunternehmen BASF will in Deutschland, Schweden und den Niederlanden gentechnisch veränderte Kartoffeln in Feldversuchen testen. Noch hat die EU die beiden Kartoffelsorten jedoch noch nicht genehmigt.
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Frankfurt/LudwigshafenDer Chemiekonzern BASF will auch in diesem Jahr in Europa zwei umstrittene Gen-Kartoffeln in Feldversuchen testen. Die Kartoffelsorten Modena und Fortuna sollen an verschiedenen Standorten in Deutschland, Schweden und in den Niederlanden angepflanzt werden, wie BASF am Donnerstag ankündigte. 2011 und auch 2010 hatte der Konzern in Europa ebenfalls Gen-Kartoffeln in Feldversuchen getestet. Vor zwei Jahren hatte sich der Konzern erheblichen Ärger eingehandelt, als in einem Feld in Nordschweden neben der bereits genehmigten Gen-Knolle Amflora auch eine noch nicht zugelassene Sorte entdeckt wurde. Die Kartoffelsorten Modena und Fortuna stecken beide noch im Genehmigungsprozess in der EU.

Für die jetzt anlaufenden Feldversuche sollen die beiden Sorten insgesamt auf einer Fläche von weniger als einem Hektar angepflanzt werden. In Deutschland soll dies in Sachsen-Anhalt geschehen. Die Kartoffel Modena ist gentechnisch verändert worden, um höhere Stärkeerträge für industrielle Anwendungen in der Papier- und Klebstoffproduktion zu liefern.

Fortuna ist eine gentechnische Weiterentwicklung einer besonders bei Herstellern von Pommes Frites beliebten Knollensorte. Sie soll gegen Kraut- und Knollenfäule resistent sein, einer Kartoffelerkrankung, die von einem pilzartigen Erreger verursacht wird.

Da Kartoffeln nur begrenzt lagerfähig sind, würden sie in der Regel im Feld vermehrt, teilte die BASF mit. Außerdem gehe es bei dem anstehenden Projekt darum, die Leistungsfähigkeit der Sorten unter verschiedenen Umweltbedingungen zu überprüfen und zu dokumentieren. Das gelte auch für die spezielle Widerstandsfähigkeit der Fortuna. „Bei der Durchführung der Feldversuche werden wir - wie auch in den vergangenen Jahren - alle Maßnahmen in enger Absprache mit den zuständigen Behörden ausführen“, versicherte der Geschäftsführer der BASF Plant Science, Peter Eckes, laut Mitteilung.

Eine spätere kommerzielle Nutzung der Gen-Kartoffeln in Europa steht allerdings in den Sternen. Denn wegen der anhaltenden Gentechnik-Skepsis in vielen europäischen Ländern hatte BASF nach jahrelangen Querelen mit Politkern und Umweltschützern kürzlich die Reißleine gezogen.

In weiten Teilen Europas fehle noch immer die Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker für die Pflanzenbiotechnologie, hieß es zur Begründung. Um sich aber alle Möglichkeiten offen zu halten, würden laufende Zulassungsanträge und Sortenschutzverfahren weiterverfolgt, teilte die BASF nun mit. Zudem gehe es darum, Saatgut zu vermehren.

BASF will alle Pflanzengentechnik-Projekte stoppen, die ausschließlich auf Europa ausgerichtet sind. Lediglich die in der EU schon angelaufenen Zulassungsprozesse und die dazu gehörenden Versuche sollen weiterverfolgt werden. Dazu gehören auch Modena und Fortuna. Der Konzern will sich in dem Gebiet künftig auf Nord- und Südamerika sowie auf die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren. BASF investierte zuletzt im Jahr rund 150 Millionen Euro in die Pflanzengentechnik.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gentechnik: BASF will Gen-Kartoffeln für Versuche anbauen"

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  • "Gentechnik:
    BASF will Gen-Kartoffeln für Versuche anbauen"

    Einverstanden unter der Voraussetzung, daß die Ernte ausschließlich an die Vorstände und die Aufsichtsratsmitglieder sowie die GEN-verantwortlichen Mitarbeiter ZWANGSVERFÜTTERT wird. Vielleicht wachsen den Herrschaften dann "Pinocchio-Nasen" sowie "Elefanten-Ohren" und "Breitmäuler" wie bei den Muppet-Show-Figuren….

  • das sind doch die erdäppel, von denen mäuse und ratten im labor nach monaten überall krebsgeschwüre kriegen... so schafft man sich die ganzen arbeitslosen natürlich auch vom leib...

  • Monsanto und Co. müssen mit Ihren kriminellen Machenschaften gestoppt werden!!!!!!!
    Sie sind eine Riesengefahr!!!!

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