Geplante Emission von Bezugsrechten alarmiert Pariser Wirtschaftsjuristen
Abwehrkampf von Aventis gegen Sanofi gerät in die Kritik

Das jüngste Abwehrmittel des Pharmakonzerns Aventis im Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch den Konkurrenten Sanofi- Synthélabo gerät bei Juristen und Investoren zunehmend in die Kritik. Pariser Wirtschaftsanwälte sehen in den von Aventis-Boss Igor Landau geplanten Bezugsrechten für seine Aktionäre einen Verstoß gegen das Börsenrecht. Sie beeinträchtigten die Chancengleichheit gegenüber potenziellen Gegenofferten, etwa der Novartis AG.

abo/ant PARIS/FRANKFURT/M. „Die Vorschrift 2002-04 der französischen Börsenaufsicht AMF verpflichtet bei einer Offerte Angreifer wie Verteidiger, alles zu unterlassen, was die Chancengleichheit beeinträchtigt“, sagte ein Partner einer bekannten Pariser Sozietät dem Handelsblatt. Die von Aventis geplanten Bezugsrechte richteten sich ausschließlich gegen Sanofi. Es sei verboten, während einer Gebotsfrist Abschreckungsmaßnahmen gegen eine Übernahme zu treffen. „Wenn die AMF das nicht verbietet, gibt es in Paris keine feindlichen Übernahmen per Aktientausch mehr“, sagte er.

Landau will der Hauptversammlung am 19. Mai die Ausgabe von bedingten Bezugsrechten für Aktien an die Aventis-Eigner vorschlagen. Sie sollen aufleben, wenn Sanofi Aventis gegen den Widerstand des Managements schluckt – und das Sanofi-Mittel „Plavix“ vor 2007 seinen Patentschutz einbüßt.

Die AMF hatte am Wochenende angekündigt, die Aventis-Pläne genau zu untersuchen. Wie in ihrer Umgebung zu hören war, wird sie bis nächsten Donnerstag über die Bezugsrechtsemission entscheiden.

„Selbstverständlich hat Aventis geprüft, ob der Schritt rechtmäßig ist“, sagte ein Sprecher des Konzerns dem Handelsblatt. Zudem seien die Pläne direkt nach der Aufsichtsratssitzung bei der AMF eingereicht worden. Zuvor hatte Finanzchef Patrick Langlois die Bezugsrechte mit den Worten verteidigt, sie seien „keine Giftpille, sondern eine Versicherungspolice“.

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